Der Fotomarkt hat sich mit dem Aufkommen der Digitalfotografie radikal gewandelt
Film weg, Konzern pleite

Die digitalen Kameras verdrängen ihre analogen Brüder aus den Fototaschen. Das wirbelt den Markt durcheinander: Etablierte Kameraanbieter werden von Unterhaltungselektronik-Konzernen attackiert, Filmhersteller melden Umsatzeinbrüche, Fotolabore gehen Pleite. Und ganz nebenbei entsteht eine neue Zubehörindustrie.

HB DÜSSELDORF. Gemütlich war sie, die analoge Fotowelt. Nach dem Niedergang der deutschen Kameraindustrie in den 70er und 80er Jahren hatten sich die japanischen Fotokonzerne den Markt weitgehend untereinander aufgeteilt: Canon, Nikon, Minolta und Pentax brachten massenhaft Autofokus-Spiegelreflexkameras unters Volk. Olympus, Ricoh, Fuji und Yashica machten mit Kompaktkameras ihr Geschäft. Der Markt hat sich mit dem Siegeszug der Digitalfotografie radikal gewandelt. Aus dem Video- und Computerbereich strömten neue Spieler aufs Feld. Sony, Sanyo, Panasonic, Samsung oder HP mauserten sich innerhalb weniger Jahre zu ernsthaften Nebenbuhlern um die Gunst der Kunden.

Speziell dem Unterhaltungselektronik-Giganten Sony ist es gelungen, einen Spitzenplatz einzunehmen. In vielen Ländern streitet er mit Branchenprimus Canon um die Führung bei den Verkäufen. Andere wachsen im Geheimen. So stellt Sanyo massenhaft Digitalkameras für etablierte Kamerakonzerne her, die den kurzen Produktzyklen nicht mehr alleine gewachsen sind. Denn die Entwicklung neuer Modelle im Monatstakt verschlingt viel Geld. Zwar sind die Verkäufe höher denn je, doch der stetige Preisverfall drückt auf die Margen. Zwei Große der Fotobranche - Konica und Minolta - sahen deshalb den einzigen Ausweg in der Fusion.

Deutsche Fotounternehmen wie Leica und Rollei, die beide in der Luxusnische den ersten Ansturm der Japaner überlebt haben, holen sich Know How von Außen, um digital nicht abgehängt zu werden. Während Rollei sich aber darauf beschränkt, Kameras unbekannter asiatischer Hersteller zuzukaufen, ist Leica eine Partnerschaft mit Panasonic eingegangen. Die Deutschen entwickeln die Optik, die Japaner die dahinter liegende Technik. Gefertigt wird in Asien.

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