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Der Herr des Geldes hat gesprochen

Der Dow Jones Index verbessserte sich im Wochenvergleich um rund drei Prozent. Der Nasdaq Index konnte zum ersten Mal seit fünf Wochen wieder Punktgewinne einstreichen.

Alan Greenspan schafft es immer wieder, die Börsen zittern zu lassen. Der Chef der US-Notenbank sorgte am Dienstag dafür, dass die Technologiewerte ein Plus hinlegten, dass die Börse bisher noch nicht gesehen hatte. Plus zehn Prozent an der Nasdaq an einem Tag, das gab es noch nie. Greenspan wird die Zinszügel wohl lockern. Das wäre ein Schub für den Aktienmarkt. Denn mit der Anhebung der Leitzinsen hat er nun erreicht, was er erreichen wollte. Das Wirtschaftswachstum dreht zurück und Inflationsgefahren nehmen ab.



Apple

stürzte sich innerhalb der letzten zwei Monate das zweite Mal ins Desaster. Den neuen Rechner Cube wollen längst nicht so viele Leute kaufen wie gehofft. Auch Schulen, ein wichtiger Bereich für den Produzenten der anwenderfreundlichen Computer, greifen jetzt öfter mal zu anderen Rechnern wie zu Dell-Computern. Apples Lager sind daher brechend voll und Bestände müssen erst mal losgeschlagen werden. Da kam die Verlustmeldung am Dienstagabend nicht aus heiterem Himmel. Überraschend war nur, dass die Anleger schon wieder panikartig verkauften.



Es war somit die Woche der Computer-, Software- und Chipproduzenten. Die Nachfrage nach den Geräten nimmt ohne Zweifel ab, das haben im Grunde alle namhaften Hersteller gesagt. Vor allem bei Heim-PCs gibt es Absatzprobleme. Daher kommen auch Programm-Hersteller wie Microsoft ins Schleudern. Es hagelte Dutzende Abstufungen. Motorola sprach am Donnerstag ebenfalls eine Gewinnwarnung aus. Auch dieses Unternehmen wird das angepeilte Ergebnis nicht erreichen.



Dass die Börse nicht immer logisch ist hat sich am Freitag gezeigt. Und es gibt eine ganze Menge Vorgänge, die verwunderlich sind. Wie zum Beispiel Intel. Der weltgrößte Prozessorproduzent hätte der Börse mit seiner Gewinnwarnung von Donnerstagabend einen Dämpfer verpassen können. Die Wachstumsziele sind mehr als mager. Doch die Meldung wurde entspannt aufgenommen. Die Anleger belohnten Intel sogar. Der Wert führte zum Wochenschluss die Liste der Nasdaq Gewinner an. Die schlechten Nachrichten der vergangenen Monate glauben viele Investoren nun schon in den Kursen vieler Werte enthalten. Es kann nun nur nach oben gehen.



Ganz gelassen stehen die Börsianer dem nicht enden wollenden Gerangel um die Präsidentschaft nicht gegenüber. Die Nachrichten bewegen wie eh und je die Kurse. Am Anfang der Woche hatte sich das Blatt wieder deutlich für den Republikaner George W. Bush gewendet. Das beflügelte die Börsenbarometer. Am Freitag gab es einen Erfolg für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Al Gore.



Der Dow Jones Index verbessserte sich im Wochenvergleich um rund drei Prozent. Er steht nun bei 10.713 Punkten. Der Nasdaq Index stieg um rund zehn Prozent. Das Technologiebarometer konnte in dieser Woche zum ersten Mal seit fünf Wochen wieder Punktgewinne einstreichen.

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