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Der Hund George W. Bush

Ein neuer Fettnapf für den amerikanischen Präsidenten.

Das waren noch Zeiten. Die Fotografen lümmelten sich auf dem Rasen vor dem Weißen Haus und lockten mit Futter, doch Amerikas "First Cat" ließ sich kaum blicken. Kater Socks war der heimliche Star im Weißen Haus, nicht Bill Clinton oder Hillary. Im Netz luden sich Fans Tatzen als Autogramme herunter, auf dem Schreibtisch von Sekretärin Betty Currie stand das Namensschild "Socks Clinton". Die Gazetten verfolgten mit Enthusiasmus den Konkurrenzkampf zwischen dem schwarzen Kater mit weißen Pfoten und dem Labrador Buddy, der plötzlich auch ins Weiße Haus einzog.

Das alles ist Geschichte. Heute heißt der Präsident von Amerika George W. Bush, und der tapst von einem außenpolitischen Fettnäpfchen ins nächste. Bush hat seine Katze "India" getauft, was in Bombay Mitglieder der Regierungspartei Bharatiya Janata auf die Straße vor das US-Konsulat trieb. "Inder sind Löwen, keine Katzen", ereiferten sich die Demonstranten. Mitglieder der nationalistischen Hindu-Gruppierung Bajrang Dal tauften aus Rache einen jungen Hund auf den Namen "George Bush". Sie verteilten sogar, wie bei Namensgebungen üblich, während einer feierlichen Zeremonie in Bombay Zucker an die Zuschauer.

Ob das Bush nun wirklich schadet? Innenpolitisch wohl kaum. Schon die Berater Clintons hatten empfohlen, er solle sich aus Imagegründen einen Hund anschaffen. Deswegen war auch der Labrador Buddy seinerzeit ins Weiße Haus eingezogen. Damals musste Kater Socks das Feld räumen; er fand zumindest Asyl bei Clintons Sekretärin Currie in Virginia. US-Amerikaner stehen eben mehr auf Hunde als auf Katzen.

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