Der Igedo-Chef macht auch mit 66 Jahren noch nicht Schluss: Manfred Kronen: Der Macher der Modemessen

Der Igedo-Chef macht auch mit 66 Jahren noch nicht Schluss
Manfred Kronen: Der Macher der Modemessen

Er gehört nicht zu den Produzenten und Designern für Damenmode. Aber er bietet der Branche die Plattform für ihr Geschäft, am Wochenende wieder bei den Collections Premieren in Düsseldorf. Jetzt will Kronen noch die Herrenmode von Köln nach Düsseldorf holen.

HB DÜSSELDORF. Es ist ja nicht seine Messe. Also könnte Manfred Kronen ganz entspannt über die Premierenshow für Männermode "Pitti Uomo" in Florenz bummeln. Könnte. Wenn man den Mann ließe. "Hallo, Herr Kronen. Wie geht es Ihnen? Und was macht Ihr Sohn?" Da trifft man "Mr. Igedo" schon mal in Italien, da kann man ihn ja auch mal fragen, oder?

Die Branche spekuliert vor allem über eines, nicht nur in Florenz, sondern auf sämtlichen Modemesseplätzen. Wie geht?s weiter mit der Igedo? Und: Was wird aus der abgemagerten Herren-Mode-Woche? Wollen die Düsseldorfer jetzt wirklich Köln den Rang ablaufen und die Herrenmode von der Dom- in die Landeshauptstadt holen?

Manfred Kronen, Geschäftsführer der Igedo Internationale Modemesse Kronen GmbH u. Co. KG, hat eine klare Antwort parat: "Wir machen ab August dieses Jahr in Düsseldorf ein komplettes Men?s-Fashion-Angebot" - eine Nachricht, die Köln nur als Messekriegs-Erklärung auffassen kann.

In Düsseldorf sei ohnehin schon außerhalb der Messe der Boden bereitet, argumentiert Kronen: "Es gibt bereits ein Order-Center für Herrenmode, Top-Männermarken wie Zegna und Brioni haben ihre Showrooms hier, Boss baut jetzt im Hafen."

Die Idee ist nicht neu, und herangetragen an ihn, den Düsseldorfer Modemesseboss, haben sie die Herrenmodefirmen selbst: "Macht doch was, haben sie gesagt", erzählt Kronen, nachdem die Kölner Herren-Mode-Woche "in den letzten zwei Jahren 46 Prozent an Fläche verloren hat". Kronen rechnet vor: "Mit denen, die in Köln nicht mehr ausstellen, könnten wir in Düsseldorf schon eine eigene Messe machen." Wohl wahr, nachdem Börsenliebling Boss, der einst in Köln eine ganze Halle belegte und seine besten Kunden einflog (wovon auch andere und nicht zuletzt die Messe selbst profitierten), vor zwei Jahren nach Florenz wechselte und damit eine Abwanderungswelle großer Namen in Köln ausgelöst hat.

Für Kronen ist die Frage nach der uralten Städtekonkurrenz zwischen Köln und Düsseldorf zuerst eine Herausforderung für die Politiker. Doch es würde nicht zur Mentalität dieses Mannes passen, auf deren Entscheidungen zu warten. Der 65-Jährige sitzt eine (Fehl-)Entwicklung nicht aus, sondern handelt schnell. Wenn es sein muss, treibt er ein Projekt im Alleingang voran. So setzte er vor Jahren seine Collections Premieren Düsseldorf gegen anfängliche Branchenskepsis durch. Der Erfolg gab ihm Recht - aber keinen Grund, sich darauf auszuruhen.

Ab Sonntag läuft in Düsseldorf wieder etwas Neues: die "cpdxsite": junge Mode, Jeans, egal, ob für Mädchen, Damen oder Dandys. Mit dabei ist auch schon Herrenmode etablierter Marken wie MAC, Rosner oder Gin Tonic. Die haben dann schon mal den Fuß in der Tür zur weltgrößten Modemesse, die eigentlich immer noch ein Familienunternehmen ist, auch wenn es inzwischen eine gegenseitige Beteiligung der Messe Düsseldorf gibt mit ihrem besten Untermieter, der Igedo.

In die trat 1965 der junge Jurist Manfred Kronen ein. Sein Vater, der Steuer- und Wirtschaftsberater Willi Kronen, hatte 1949 die "Interessengemeinschaft für Damenoberbekleidung" mit gegründet. Der Sohn baute sie zum weltweit größten Branchentreff auf und aus.

Auf dem Messegelände ist Kronen morgens meist einer der Ersten, und wenn die Modegalas am Vorabend noch so lang oder langweilig waren. Auch hier ist er gleich der meistgefragte Mann. Mühelos wechselt der in Krefeld geborene Wahl-Düsseldorfer vom lockeren Italienisch ins feinsinnige Französisch. Frankreich ist auch sein liebstes Reiseziel. In seinem Landhaus in der Normandie genießt er mit seiner zweiten Frau Anna die französische Lebensart, worunter er auch einen von ihm selbst gekochten Eintopf versteht. Manchmal kommt Sohn Manfred Lorenzo dazu, der in London studiert.

Seinen eigenen Modestil beschreibt Manfred Kronen mit "Qualität vor Gag", was schon fast wieder wie ein Messekonzept klingt. Im April wird "Mr. Igedo" 66. Sicher kommt dann jemand aus der Branche auf die Idee, ihm eine CD zu schenken von Udo Jürgens, auch so ein Typ, zeitlos wie manche Mode: "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an . . . mit 66 ist noch lange nicht Schluss . . .".

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