Der IT-Dienstleister setzt auf Expansion
Logica an weiteren Übernahmen interessiert

Der britische IT-Dienstleister Logica Plc, London, will seine internationale Expansion vorantreiben. Auf Deutschland, Europas größter IT-Markt, wird dabei ein besonderes Augenmerk geworfen. Im vergangenen Jahr erwarb Logica bereits für 1,2 Mrd. DM die Hamburger PDV Unternehmensberatung.

LONDON. Doch damit ist der Appetit von Logica noch nicht gestillt. "Wenn wir die richtigen Partner finden, dann kaufen wir sie", so der für das Deutschland-Geschäft zuständige Manager Jim McKenna im Gespräch mit dem Handelsblatt. Es sei dabei nebensächlich, ob die Unternehmen privat geführt würden wie PDV oder aktiennotiert seien. Auch am Neuen Markt schaue man sich um, bestätigte McKenna.

Allerdings würden die Logica-Aktionäre darauf achten, dass die Akquisitionen gleich zum Gewinnwachstum beitragen. Sehr vorteilhaft sei es, wenn man zu den Unternehmen schon zuvor Kontakt hatte. Dann komme es im Falle einer Übernahme auch nicht zu einem Kulturschock, verweist McKenna auf das Beispiel PDV. Mit dem Hamburger Unternehmen hätte man schon Jahre vor der Akquisition kooperiert.

Kritik von Analysten, PDV passe nicht optimal in das Dienstleistungs- Portfolio von Logica, lässt der Manager nicht gelten. Zum einen hätten diese auch keine besseren Kandidaten für Logica empfehlen können, zum andern würde PDV mit seinem starken Fokus auf Finanzunternehmen und Versorgern eine Bereicherung darstellen. Zu den PDV-Kunden zählten beispielsweise die Deutsche Bundesbank, die Deutsche Bank, Commerzbank, aber auch Volkswagen und RWE.

Telekom-Bereich ist vorherrschend

Bei der Muttergesellschaft dominiert noch der Telekom-Bereich. Hier ist beispielsweise die Handy Software für den nach wie vor schnell wachsenden Text-Messaging-Markt eine der Stärken des Unternehmens. Zwar legte diese Umsatzsparte im abgelaufenen Geschäftsjahr (30.6.) um 42 % auf 485 Mill. £ zu, doch die größte Dynamik legte die Softwaresparte für den Energie- und Versorgerbereich an den Tag, der um 54 % auf 230 Mill. £ hochschnellte. Konzernweit stieg der Umsatz um 34 % auf 1,3 Mrd. £, wobei der Vorsteuergewinn überdurchschnittlich um 60 % auf 156 Mill. £ zulegte.

Auch für das laufenden Geschäftsjahr ist Chief Executive Officer Martin Read, der bereits für den CEO-Posten bei Marconi im Gespräch war, optimistisch gestimmt. Schließlich verfügt das Unternehmen derzeit über einen Auftragsbestand von 1,3 Mrd. £.

Als das Unternehmen Anfang September die guten Zahlen vorstellte, wurde es von vielen Analysten heraufgestuft. Jüngstes Beispiel ist Goldman Sachs, für die Logica nun ein "Outperformer" mit einem Kursziel von 792 p ist.

Doch die jüngsten Verwerfungen an der Börse sind auch an dem im FTSE-100 gelisteten Unternehmen nicht spurlos vorübergegangen. Am Freitag sank der Kurs um gut 9 % auf 598 p. Im März 2000 notierte das Unternehmen bei 2 725 p. Doch im Gegensatz zu anderen Unternehmen hat Logica bislang nicht enttäuscht. "Wir konnten den Gewinn pro Aktie in den vergangenen acht Jahren um gut 41 % jährlich steigern", bilanziert CEO Read.

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