Der Käufer einer Kaufoption dreht mit geringem Kapitaleinsatz ein großes Rad
Mit Optionen das Portfolio optimieren

Derivate erobern die Finanzwelt. Derivate sind künstlich geschaffene Finanzinstrumente. Sie sind von traditionellen Anlageformen wie Aktien, Anleihen, Indizes und Rohstoffen abgeleitet (derivativ = abgeleitet) worden. Zu den populärsten Derivaten zählen Futures und Optionen.

FRANKFURT/M. Der Duden definiert den Begriff "Option" als ein Entscheidungsrecht. In der Sprache der Finanzwelt beinhalten Optionen für ihren Käufer ein Recht und für ihren Verkäufer eine Verpflichtung. Grundsätzlich wird bei Optionen unterschieden in Kaufoptionen (Calls) und Verkaufsoptionen (Puts). Der Käufer einer Kaufoption hat z.B. das Recht, vom Verkäufer des Kaufoption die Lieferung eines dem Kontrakt zu Grunde liegenden Wertes (z.B. von Aktien) zu einem zuvor vereinbarten Preis in einer zuvor festgelegten Menge zu verlangen. Und dies während eines zuvor vereinbarten Zeitraums oder zu einem bestimmten Zeitpunkt. Als Gegenleistung für das Einräumen dieses Rechts zahlt der Optionskäufer dem Optionsverkäufer (Stillhalter) eine Prämie.

Optionen haben vor allem drei Anwendungszwecke: Sie dienen zur Spekulation, zur Kurssicherung und mit der Nutzung ausgefeilterer Optionsstrategien auch zur Arbitrage (der Ausnutzung von Kursineffizienzen).

Die Literatur unterscheidet bei den Nutzern von Optionen in Spekulanten und Anleger. Als Spekulanten werden jene kurzfristig agierenden Anleger bezeichnet, die kein eigentliches Interesse an dem Basiswert haben, der dem Optionskontrakt zu Grunde liegt. Spekulanten wollen den Hebelwert der Option (sie zahlen als Optionsprämie in der Regel zwischen 10 Prozent und 20 Prozent des Aktienwertes, haben allerdings das Recht, den gesamten Aktienwert "zu bewegen"), um allein von einer Kursbewegung der Aktie zu profitieren. Die Kursbewegung der Aktie schlägt sich entsprechend im Wert der Option nieder.

Anleger nutzen Optionen auf vielfältige Art und Weise. So können sie sich durch den Kauf von Calls das Recht sichern, mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz ein großes Rad zu drehen und sich indirekt in ihrer favorisierte Aktie zu positionieren. Durch den Verkauf von Puts besteht die Möglichkeit, eine Aktie zu einem bestimmten Kurs vom Käufer der Verkaufsoption liefern zu lassen. Notiert eine Aktie bei 100 Euro und ist der Anleger bereit, sie zu 90 Euro zu kaufen, so kann er dies durch den Verkauf von Puts mit Basispreis 90 Euro tun. Da er für seine Verpflichtung eine Optionsprämie erhält, verbilligt er seinen Einstieg in die betreffende Aktie zusätzlich.

Anleger haben mit Optionen auch die Chance, ihr Kursrisiko von Aktien z.B. durch den Verkauf von Kaufoptionen zu reduzieren und durch die Vereinnahmung der Optionsprämie zugleich zusätzliche Erträge zu generieren.

Bezüglich des Zeitpunktes, zu dem Optionsrechte ausgeübt oder geltend gemacht werden können, gibt es zwei Arten von Optionen. Bei "europäischen Optionen" kann der Optionskäufer sein Recht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt ausüben. In den meisten Fällen ist dies der Verfalltag der Option. Das bedeutet nicht, dass er die Option nicht während der gesamten Laufzeit an der Börse verkaufen kann. Häufiger ist die "amerikanische Optione", bei der der Käufer sein Recht jederzeit während der gesamten Laufzeit der Option ausüben kann. Die Optionsprämie, die der Käufer an den Verkäufer zahlt, kann in zwei Elemente aufgeteilt werden: in den "inneren Wert" und in den "Zeitwert". Der innere Wert errechnet sich aus der Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs und dem Basispreis. Der Zeitwert einer Option bestimmt sich aus der Wahrscheinlichkeit künftiger Kursveränderungen der Aktie. Eine Option notiert stets über dem inneren Wert. Auch wenn der innere Wert bei Null ist - eine unmittelbare Ausübung der Option für den Käufer also mit Verlusten verbunden wäre - ist der Marktwert der Option positiv, so lange diese noch eine Restlaufzeit aufweist.

Der Preis einer Option bestimmt sich also u.a. aus der Differenz zwischen dem aktuellen Tageskurs einer Aktie und dem Basispreis. Ist der Tageskurs der Aktie unter dem Basispreis, spricht man von einem "im Geld" liegenden Call. Stimmen Aktienkurs und Basispreis überein, ist es ein "am Geld" liegender Call. Ist der Basispreis über dem Aktienkurs, spricht man von einem "aus dem Geld" liegenden Call. Bei Calls am Geld und aus dem Geld ist der innere Wert also gleich Null. Die Optionsprämie besteht in diesem Fall nur aus dem Zeitwert der Option.

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