Der Kanzler hat nichts gegen Frösche
Schröder: A 20 Muster für ökologischen Straßenbau

Die von Umweltschützern heftig bekämpfte Ostsee-Autobahn A 20 ist nach den Worten von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ein Muster für den ökologischen Straßenbau.

Reuters PRENZLAU. Schröder sagte am Mittwoch bei der Befahrung eines Teilstücks der A 20 bei Prenzlau im Nordosten Brandenburgs, die oft verteufelten Autobahnbaubauer hätten viel gelernt. "Straßenbau heißt heute nicht mehr Betonierung der Landschaft". Heute gelte es, die schwierige Balance zwischen ökologischen, verkehrstechnischen und ökonomischen Interessen zu finden. Das sei bei der Ostsee-Autobahn gelungen. "Der Schwerpunkt bei der A 20 liegt bei der Ökologie."

Allerdings koste ein umweltverträglicher Autobahnbau viel Geld, sagte Schröder und fügte hinzu: "Man kann sehen, wo das Geld bleibt und warum der Straßenbau gelegentlich teuer ist als man sich vorstellt." Er habe nichts gegen Frösche, aber der Aufwand für den Naturschutz sei gewaltig. Dies sei vielen Menschen kaum noch zu vermitteln. "Demnächst muss man nur noch den Störchen beibringen, dass sie die Frösche beim Wechsel (der Straßenseite) in Frieden lassen", sagte der Kanzler.

Die A 20 führt von Lübeck über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zur Autobahn A 11 Berlin-Stettin. Sie verbindet die Hansestädte Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald. Die Autobahn, die Ende 2005 fertig gestellt werden soll, ist 323 Kilometer lang und soll 3,7 Mrd. DM kosten. Die A 20 ist eines der sieben "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" für den Straßenbau, die 1991 beschlossen worden waren.

Wegen der vielen Niedermoore und Kleingewässer entlang der Autobahn, die Lebensraum für Amphibien, Fischotter und Biber bieten, hatte es heftige Auseinandersetzungen mit Umweltschützern gegeben. Die Umweltschützer setzten teilweise gerichtliche Baustopps durch. Die neue Autobahn soll die Fahrzeiten zu den Inseln Rügen und Usedom verkürzen und zwei Drittel der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern sowie im nordöstlichen Brandenburg an das Fernstraßennetz anschließen.

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