Der Knackpunkt ist meistens das Knie
HSV und Schalke fehlen wichtige Spieler

Mit weit weniger Personalsorgen als im Vorjahr starten die 18 Profi-Clubs am Wochenende in die 41. Saison der Fußball-Bundesliga. Nur bei Schalke und dem HSV häufen sich die Ausfälle.

HB/dpa DÜSSELDORF. Zwar fehlen den Vereinen zum Punktspiel-Auftakt immerhin knapp drei Dutzend von insgesamt etwa 480 Profis, doch zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr fielen fast 50 Fußballer mit zum Teil schweren Verletzungen aus. Es fällt auf, dass in der höchsten deutschen Spielklasse die meisten Verletzungen jeweils in den Spielzeiten nach Weltmeisterschaften auftreten. Im Jahr 1998 nach den Titelkämpfen in Frankreich mussten gleich 52 Spieler zum Start passen.

Am stärksten betroffen ist wie schon im Vorjahr der FC Schalke 04, der auf fünf zum Teil länger ausfallende Spieler verzichten muss. "Damit muss man leben, auch wenn es nicht angenehm ist", meinte Neu- Trainer Jupp Heynckes, dem zum Start Mpenza, Böhme, Oude Kamphuis, van Hoogdalem und Djordjevic nicht zur Verfügung stehen. Auch dem Hamburger SV fehlen am Wochenende fünf Profis, darunter eventuell Mittelstürmer Romeo, der sich am Freitag im Testspiel verletzte. Mit derzeit vier Ausfällen müssen Hannover 96 (Diouf, Schröter, Konstantinidis, Schneider), Bayer Leverkusen (Nowotny, Sebescen, Fritz, Hertzsch) und Borussia Mönchengladbach (Korell, Carnell, van Houdt, Hausweiler) rechnen.

Vor allem Gladbachs Trainer Ewald Lienen schimpfte auf den frühen Bundesliga-Start: "Darauf, dass einige Spieler kaum Urlaub haben, nimmt überhaupt keiner mehr Rücksicht. Man hätte doch problemlos später in die Saison starten können."

Auch Titelanwärter Borussia Dortmund hat es ziemlich erwischt. In Frings und Evanilson zogen sich gleich zwei Stammspieler im Liga- Pokalspiel gegen den VfL Bochum Kreuzbandrisse zu und stehen in diesem Jahr wohl nicht mehr zur Verfügung. "Das trifft uns schon sehr hart", meinte Trainer Matthias Sammer, der zudem noch einige Zeit auf Metzelder (Achillessehne) und gänzlich auf den zu Arsenal London gewechselten Torwart Lehmann verzichten muss. Relativ sorgenfrei starten lediglich Bochum sowie die Aufsteiger Eintracht Frankfurt und der 1. FC Köln in die Saison, wobei in Köln erst in dieser Woche einige zuletzt angeschlagene Profis wieder ins Training einsteigen.

Der Knackpunkt ist meistens das Knie. Bei rund einem Drittel der Profis ist eine Verletzung des empfindlichen Gelenks die Ursache für den Ausfall. Gleich sechs Profis, darunter die Nationalspieler Böhme (Schalke), Nowotny (Leverkusen) und Frings (Dortmund), laborieren an den Folgen eines Kreuzbandrisses. Der Leverkusener Abwehrchef, der sich zur Zeit in Donaustauf für sein Comeback quält, zog sich die schwerste aller Verletzungen bereits zum dritten Mal zu.

Nach Meinung des Dortmunder Sportmediziners Elmar Wienecke erleiden rund 85 Prozent schwere Verletzungen ohne Fremdeinwirkung. "Sie sind oft die Folge von Überlastung, die wiederum häufig auf mangelhafte körperliche Voraussetzungen zurückzuführen sind", sagte der Arzt in einem Gespräch mit den "Ruhr Nachrichten". Seine Forderung: "Es müssen viel intensiver Defizite in Sachen Kniefestigkeit oder Rückenmuskulatur aufgearbeitet werden. Ein Laktattest allein genügt nicht."

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