Der Kölner Zeitungskrieg ist beendet
Nach Schibstedt stellen Verlage die Gratiszeitungen ein

Der Kölner Zeitungskrieg ist beendet. Nach dem norwegischen Schibsted-Verlag kündigten am Mittwoch auch der Axel Springer Verlag und das Kölner Verlagshaus DuMont Schauberg die Einstellung ihrer Gratisblätter an.

afp KÖLN/HAMBURG. Springers "Extra Köln" werde am Donnerstag zum letzten Mal erscheinen, der "Kölner Morgen" von DuMont Schauberg bringe am Freitag seine letzte Ausgabe auf den Markt. "20 Minuten Köln" von Schibsted war am Mittwoch letztmalig ausgeliefert worden. Damit gibt es in Deutschland nur noch kostenpflichtige Tageszeitungen. "20 Minuten Köln" hatte zum Jahreswechsel 1999/2000 den Zeitungskrieg in der Domstadt entfacht. DuMont Schauberg und der Axel Springer Verlag sahen sich daraufhin gezwungen, eigene Gratiszeitungen auf den Markt zu bringen.

Springer-Zeitungsvorstand Mathias Döpfner erklärte in Hamburg, die weitere Herausgabe von "Extra Köln" sei mit dem Rückzug von "20 Minuten Köln" nicht mehr notwendig. Das Blatt sei als reine Abwehrmaßnahme gegen "20 Minuten Köln" konzipiert gewesen. "Damit bestätigt sich unsere Strategie der offensiven Marktabwehr durch den sofortigen Start 1999 und den Relaunch von "Extra Köln" in diesem Frühjahr," sagte Döpfner. Das Unternehmen sei weiterhin der Ansicht, dass Gratiszeitungen wettbewerbswidrig sind. Die Redaktion von "Extra Köln" solle trotz des Aus bestehen bleiben. Springer werde nach den Sommerferien voraussichtlich in Hamburg das auf eine junge Zielgruppe zugeschnitte Konzept der Zeitung auf seine Akzeptanz als Kaufzeitung in einem Regionalmarkt testen.

DuMont Schauberg plant den Angaben zu Folge keine Umwandlung seines "Kölner Morgen" in eine Bezahlzeitung. Das Blatt wird von 13 Redakteuren gemacht und hat eine Auflage von 100 000 Exemplaren. Der Verlag sei bemüht, die Redakteure an anderen Stellen im Haus weiter zu beschäftigen, teilte DuMont Schauberg mit. Das Haus besitzt in Köln quasi ein Zeitungsmonopol, einzige Konkurrenz ist die Lokal-Ausgabe der "Bild"-Zeitung.

"20 Minuten Köln" hatte seinen Rückzug am Dienstag aus finanziellen Gründen bekannt gegeben. Nach einer Pflichtmitteilung von Schibsted an der Osloer Börse brachte die Zeitung dem Verlag seit Jahresbeginn bereits ein Minus von rund 15 Mill. norwegischen Kronen (1,88 Mill. ?/ 3,69 Mill. DM).

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