Der Konjunkturschwäche trotzen
Deutschlands Auto-Branche mag keine dunklen Wolken sehen

Die Autohersteller konnten ihren Umsatz dank des Exports im ersten Halbjahr um 12 % erhöhen. Im Inland sieht es weniger rosig aus. Der VDA erhofft sich durch die IAA, die am Donnerstag startet, einen Schub fürs heimische Geschäft. Analysten warnen vor überzogenen Erwartungen an die Messe.

afp FRANKFURT/MAIN. "Ich beteilige mich nicht am Wettlauf um die schwärzeste Prognose", beteuert der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Bernd Gottschalk. Obwohl die Konjunktur heftig ins Stottern geraten ist, sieht der VDA-Chef keinen Grund für "Krisengeschrei". Schließlich gelang es den hiesigen Autobauern, ihren Umsatz im ersten Halbjahr um satte 12 % zu erhöhen.

Getragen wird dieses Wachstum allerdings vor allem vom Export, im Inland sieht es weniger rosig aus. Vor allem einen Schub fürs heimische Geschäft erhofft sich der VDA von der am Donnerstag startetenden Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Analysten sehen zwar ebenfalls keinen Grund für Trübsal, warnen aber vor überzogenen Erwartungen an die Autoschau.

Erfolge im Export

Der Auto-Experte vom Privatbankhaus M.M. Warburg, Robert Pottmann, teilt den Optimismus der Lobby-Vertreter ausdrücklich: "Der deutschen Autoindustrie geht es prächtig." Zu den Erfolgen im Export trugen nach Ansicht des Analysten das "gute Know-how" der Unternehmen, aber auch die Beliebtheit der deutschen Marken im Ausland bei. Der Inlandsmarkt kränkele dagegen, räumt Pottmann ein. Nach Angaben des VDA legten die Umsätze im Inland im ersten Halbjahr nur um fünf Prozent zu, während die Exporterlöse um 16 % stiegen. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland ging in den ersten sieben Monaten um 2,4 % zurück. Allerdings litten die deutschen Hersteller darunter weitaus weniger als ihre ausländische Konkurrenz: Sie erhöhten sogar ihren Marktanteil auf nunmehr zusammengerechnet 72 %.

Der Auto-Analyst des Bankhauses Julius Bär, Falk Frey, erkennt angesichts dieser Zahlen "keinen Grund zum Klagen". Allerdings sieht er neben den bekannten Problemen im Inlandsgeschäft auch beim extrem wichtigen Export "Grund zur Sorge": Durch die schwächer werdende Konjunktur könne die Nachfrage im Ausland geringer werden. Sein Kollege Pottmann rechnet dennoch damit, dass die Lage der Branche sich auf dem jetzigen Level einpendeln wird. Es sei ein "sehr hohes Niveau" erreicht, bei dem indes keine signifikanten Zuwächse zu erwarten seien.

Modelle für die Masse

Vor allem für den deutschen Markt erhofft sich die Branche Impulse von der IAA. Pottmann glaubt, dass die Autoschau für eine "leichte Belebung" sorgen könne. Zugleich drückt er aber auf die Euphorie-Bremse: "Der Markt wird durch die IAA nicht explodieren." Frey erwartet von der Messe ebenfalls nicht den "großen Aufschwung". Es könne aber sein, dass die Nachfrage durch einzelne neue Modelle wie den VW Polo oder den Ford Fiesta anziehe. Auch Pottmann erwartet gerade durch diese beiden neuen Wagen ein wenig Schwung, da es "Modelle für die Masse" seien.

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