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Der Mann mit dem Bart lässt sich nicht blicken

Der Weißbärtige ist bisher noch nicht auf dem Parkett erschienen. Den großen Geschenkesack verteilen auch die Händler nicht. Ohnehin sind nur wenige an der Wall Street erschienen. Aber immerhin sieht es so aus, als wenn noch ein wenig Geld nach den Weihnachtskäufen in den Läden übrig geblieben wäre. Sowohl der Dow Jones- als auch der Nasdaq-Index sind freundlich in den Tag gestartet. Die Kauflaune hält sich zwar in Grenzen, aber sie ist spürbar.

Schon in den vergangenen Tagen war an den New Yorker Börsen nicht allzu viel los. Durch die geringen Umsätze gerieten die Kurse ins Schaukeln. Teilweise waren sie nicht durch fundamentale Nachrichten begründet.

In dieser Woche werden keine nennenswerten Quartalsdaten veröffentlicht. Am Donnerstag stehen Zahlen für die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an, Freitag wird es Daten zum Verbrauchervertrauen geben. Bereits in der letzten Woche zeigte sich, dass das Verbrauchervertrauen unerwartet stark - auf ein Vier-Monats-Hoch - gestiegen ist. Dies lässt darauf schließen, dass die Konsumenten demnächst etwas mehr Geld ausgeben werden. Über die Weihnachtsverkäufe zeigten sich schon jetzt die meisten Einzelhändler zufrieden. Die Kunden wurden jedoch insbesondere durch Sonderangebote angezogen, bei denen starke Preisnachlässe gewährt wurden.

Nach dem Versuch eines Mannes ungeklärter Herkunft, einen Sprengsatz in einem Flugzeug zu zünden, sind die Fluggesellschaften abermals im Brennpunkt. Der Vorfall geschah in einer Maschine von American Airlines . Nach den Terrorattentaten und dem Flugzeugabsturz in Queens Mitte November haben sich die Aktien der Carrier deutlich verbessert und könnten nun abermals in Mitleidenschaft geraten.

Cisco Systems bekommt ein blaues Auge von Sanford Bernstein. Das kleine, aber nicht unbedeutende Analystenhaus lässt kaum ein gutes Haar an dem Netzwerkkomponentenhersteller. Die Aktien seien "drastisch überbewertet", hieß es in einem Kommentar für Anleger. Sie könnten demnächst enttäuscht werden, warnt Sanford Bernstein. Der derzeitige Aktienkurs sei nur bei Wachstumsraten und Gewinnmargen um 25 Prozent gerechtfertigt, doch davon ist bei Cisco derzeit keine Rede. Die Aktie kann sich den Unkenrufen yum Trotz leicht verbessern.

Nortel war zum Wochenausklang großer Gewinner und steht auch heute wieder im Fokus der Anleger. Der Hersteller von Telekommunikationsgeräten sprach davon, dass der Verlust im laufenden Quartal etwas geringer als ursprünglich geplant ausfallen werde. Goldman Sachs macht heute darauf aufmerksam, dass das Unternehmen keine Aussage über den Umsatz gemacht hat. Die Analysten finden eher skeptische Töne, empfehlen die Aktie aber dennoch mit "Market Performer".

Der Pharmabereich ist für Meldungen gut: Schering-Plough und Pfizer werden überdurchschnittlich umgesetzt. Pfizer zahlt einer Frau 30 Millionen Dollar. Diese hatte das Unternehmen zuvor auf 43 Millionen Dollar verklagt, nachdem sie das Diabetes-Medikament "Rezulin" einnahm. Dieses habe ihre Leber zerstört, sagte sie. Mit der Einigung geht ein Rechtsstreit zu Ende. Schering-Plough bekam von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für ein neues Präparat. "Clarinex" soll der Nachfolger des Umsatzschlager "Claritin" werden. Beide Medikamente werden bei Allergien eingesetzt und bescheren Schering-Plough eine dominante Stellung in diesem Markt.

Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen mehrere Unternehmen, weil sie möglicherweise gegen die Pflicht verstoßen haben, börsenrelevante Informationen allen Marktteilnehmern gleichzeitig zugänglich zu machen. Dabei handelt es sich unter anderem um den Rüstungskonzern Raytheon und Motorola . Vor 14 Monaten wurde eine Regelung erlassen, nach der es Unternehmen nicht gestattet ist, einzelnen Gruppen oder Investoren bevorzugt Informationen zukommen zu lassen, die den Aktienkurs beeinflussen könnten. Sinn des neuen Erlasses ist es, dass sowohl Privatinvestoren, als auch Analysten oder Fondsmanager zeit- und damit chancengleich die Nachrichten bekommen.

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