Der Markt für innovative Versicherungsprodukte im Internet wächst
Onsecure: Online mit neuen Produktideen

Der Internetmakler Onsecure hat sich mit über das Internet offerierten Versicherungsprodukten profiliert. Das Unternehmen will jetzt noch mehr kostengünstige Standardpolicen offerieren.

HAMBURG. "Ich glaube die Assekuranz bekommt ein großes Problem," meint Klaus-Dieter Läßker, Vorstandsvorsitzender des Online-Versicherungsmaklers Onsecure AG, Hamburg, beim Blick nach vorn. Der Mann muss es wissen. Schließlich kennt Läßker die Branche aus eigener Erfahrung. Von 1994 bis 1999 leitete der 56-jährige die Axa Colonia Versicherung AG und die Colonia Nordstern Versicherungs Management AG als Vorstandsvorsitzender.

Das Problem, das der Versicherungsmanager Läßker auf die traditionelle Assekuranz zukommen sieht, liegt in der Aktivität der Online-Makler, die den Außendienst der Assekuranz treffen wird. Bisher sind Online-Versicherungsmakler, anders als in Großbritannien und den USA, in Deutschland noch nicht sonderlich aktiv. Bis 2004 könnten sie aber nach Schätzung von Andersen Consulting 10 % des deutschen Prämienmarktes, rund 25 Mrd. DM, besetzen.

Online-Makler wollen ein großes Stück vom Kuchen

Von diesem Kuchen will sich die 1999 gegründete Onsecure AG ein gehöriges Stück sichern. Kurz: Für Läßker heißt das Ziel Marktführerschaft in Deutschland. Gleichzeitig geht der Blick ins Ausland. Noch in diesem Jahr soll der Onlinestart in Italien und Spanien erfolgen, eventuell auch in Frankreich.

Onsecure konzentriert sich auf Standardpolicen. In trockenen Tüchern sind Angebote für Unfall, Haftpflicht, Hausrat, Wohngebäude, Reisekrankenschutz, Elektronik, Software (Virenschutz) und Risikoleben, so Marketingvorstand Andre Warnecke, der zuvor die Onlinebank Comdirect mit aufgebaut hat. Dabei arbeitet Onsecure mit verschiedenen Versicherungsunternehmen zusammen. Diesen wird eine Mindestmenge garantiert.

Die Policierung, die Bestandsverwaltung, das Inkasso und die Schadensabwicklung übernimmt Onsecure. Damit fallen diese Bereiche für den Versicherungsgeber aus den Prämien heraus. Damit kann Onsecure günstiger anbieten. Zugleich entwickelt Onsecure Produkte in eigener Regie gemeinsam mit den Risikoträgern, zum Beispiel eine Kombination aus Unfall- und Erwerbsunfähigkeits-Zusatzversicherung.

Zu den bisherigen Kooperationspartnern gehören die EUZ Plus Versicherungs AG, Neu Isenburg, Schwarzmeer und Ostsee (Sovag), Hamburg, die Arag-Tochter Interlloyd, die Haftpflichtkasse Darmstadt, Generali Lloyd, die zur Ergo-Gruppe gehörende Victoria sowie die Allianz-Tochter Tela.

Für Läßker ist das Ziel, mit den Top 10 der preisgünstigen Versicherungsanbieter zu kooperieren. Im Ausland will er auf ausländische Assekuranzunternehmen zurückgreifen, weil Standardprodukte für Privatkunden in jedem europäischen Land anders aussehen. Diese Produktbesonderheiten gelte es zu berücksichtigen.

Die in der Angebotspalette noch fehlende Kfz-Versicherung will Läßker im Herbst präsentieren. Tätig werden will Onsecure weiter mit einer Rentenversicherung. Hierüber werde mit mehreren Unternehmen gesprochen. Gegenüber den Privatkunden sieht sich Onsecure nach Warneckes Worten gut gerüstet. So baut der Online-Makler auf den Verzicht einer Kündigungsfrist, so dass der Kunde seine Prämie zeitanteilig zurückerhält. Als Vorteil für die Privatkunden sieht Warnecke das aktive Bestandsmanagement. "Die Kunden brauchen keinen Ordner mehr, sie können alles online abrufen, Fragen stellen und umgehend beantwortet bekommen." Schäden könnten online gemeldet und damit schneller reguliert werden.

Bei Vertragsablauf sofort Alternativangebote

Den aktuellen Stand der Regulierung kann der Kunde am Bildschirm abfragen. Gleichzeitig kann Onsecure auf diesem Weg bei normalem Auslaufen eines Vertrages attraktive Alternativangebote machen. Hier läge einer der Vorteile gegenüber dem klassischen Vertrieb über den Außendienst. Finanziell fühlt sich Onsecure derzeit so gut gerüstet, dass ein Börsengang in diesem Jahr nicht geplant ist.

Auf Beratung von Berenberg Consult hat sich im März 1999 die Venture Capital Gesellschaft Kappa IT Ventures mit einem Anteil von 30 % eingeklinkt. Die restlichen 70 %liegen bei den Gründern. Kappa IT bekam im Wettbewerb mit vier anderen Venture Capital Gebern den Zuschlag, da durch Kappa der Kontakt zu Klaus-Dieter Läßker geknüpft werden konnte.

Kappa wolle den 30 %-Anteil halten, betont Läßker und: "So viel wie in der ersten Runde geben wir in der zweiten Finanzierungsrunde nicht ab." Am 30. und 31. Mai hat sich Onsecure in London bei Red Herring der Venture Capital Szene präsentiert.

Nach - so Läßker - konservativer Planung soll innerhalb von fünf Jahren die Gewinnschwelle erreicht werden. Dabei unterstellt Läßker in seiner Rechnung eine zweistellige Stornoquote. "Aber die ist zu hoch."

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