Der Markt ist nervös
Renten geben nach Euro-Rekordtief ihre Tagesgewinne wieder ab

Nach dem Absacken des Euro auf ein Rekordtief von 0,8328 Dollar und der teilweisen Erholung der Aktienmärkte haben die europäischen Rentenmärkte ihre Tagesgewinne bis Handelsschluss wieder eingebüßt.

Reuters FRANKFURT. Händlern zufolge hatte der Bund-Future zuvor angesichts einer überraschend hohen Teuerung in den USA, schwacher Aktienmärkte und der guten Unterbringung der neuen zehnjährigen Bundesanleihe ein Kontrakthoch von 106,19 Punkten markiert. Mit dem Absacken des Euros sei Nervosität in den Markt gekommen und die Akteure warteten nun, ob sich EZB-Chef Wim Duisenberg am Donnerstag nach der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Gemeinschaftswährung äußern wird.

Der Bund-Future ging mit 105,53 Zählern nur drei Ticks über Vortagesschluss aus dem Handel. Der Bobl-Future verlor sieben Ticks auf 103,73 Punkte. Am kurzen Ende gab der Schatz-Future drei Ticks auf 101,57 Zähler nach. Die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2010 notierte mit 100,22 nach 100,28 % zur Kasse und rentierte auf dem aktuellen Niveau mit 5,212 %. Der Rex-Rentenindex legte 0,04 % auf 110,2956 Punkte zu.

Der Euro notierte gegen 19.15 Uhr MESZ gut ein Drittel Cent über seinem kurz zuvor erreichten Rekordtief von 0,8328 $. Händler machten für den Kursverlust die weiterhin pessimistische Stimmung zur Gemeinschaftswährung und Verkaufsaufträge nach der teilweisen Erholung der US-Aktienmärkte verantwortlich.

Der amerikanische Technologieindex Nasdaq Composite erholte sich nach deutlichen Verlusten zu Handelsbeginn im Verlauf wieder und notierte am Abend mit 3204 Zählern rund 0,3 % im Plus. Kurz nach Handelsbeginn war er noch bis auf 3 026 Zählern und damit 5,8 % unter seinen Vortagesschlusswert gefallen. Der Dow-Jones-Index lag am Abend mit 9940 Punkten noch 1,5 % im Minus, nachdem er zuvor mehr als 4 % im Minus gelegen hatte. Der Dax stand mit 6477 Punkten rund 0,8 % im Minus nach einem Tagestief von 6 297 Punkten.

In dem über unerwartet hohen Anstieg der US-Verbraucherpreise sehen einige Analysten die Gefahr erneuter US-Zinserhöhungen. So geht Ram Bhagavatula, Chefvolkswirt bei Natwest Global Financial Markets in New York davon aus, dass die Fed die Zügel in der Geldpolitik erneut straffen könnte. Wenn dies eintrete, werde auch der Kurs des Dollar anziehen, sagte er. Das Arbeitsministerium in Washington hatte berichtet, die Verbraucherpreise seien im September um 0,5 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Dies hatte den Euro-Renten am frühen Nachmittag zu Auftrieb verholfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%