Der Markt ist überkauft
Der Dax steht vor großen Widerständen

Nach Bildung eines Bodens in Form eines Doppel-Tiefs bewegt sich der Dax in einem kurzfristigen steilen Aufwärtstrend. Dieser könnte aber schon bald durch eine massive Widerstandszone im Bereich zwischen 6 225 und 6 500 Punkten gestoppt werden. Kurzfristig drohen deshalb Rückschläge.

DARMSTADT. Seit März vergangenen Jahres befindet sich der Deutsche Aktienindex (Dax) in einem Abwärtstrendkanal. Dessen obere und untere Trendlinien wurden häufig getestet. Im März dieses Jahres wurde dieser Kanal nach unten durchbrochen.

Im Verlauf der vergangenen Wochen bildete sich ein Doppel-Tief aus. Die beiden Tiefpunkte liegen sehr eng beieinander. Erfahrungsgemäß führen so eng beieinander liegende Umkehrformationen nur zu kurzfristigen Bewegungen. Bei Ausbildung dieses Doppel-Tiefs war der Markt extrem überverkauft, wie das 100-Tage-Momentum zeigt. Es hatte ein ähnlich niedriges Niveau erreicht wie im Herbst 1998 vor der Aufwärtsbewegung.

Nach Ausbildung des Doppel-Tiefs stieg der Dax steil an, wobei dieser Anstieg durch die unerwartete Leitzinssenkung in den USA verstärkt wurde. Ein Widerstand bei etwa 6 100 Punkten, der sich aus dem Tief vom Dezember vorigen Jahres herleiten lässt, konnte zwar durchbrochen werden - der Widerstand bei 6 225 Zählern, der sich aus dem Hochpunkt von 1998 herleiten lässt, allerdings nicht.

Weitere Widerstandslinie bei 6 300 Punkten

Aus den Tiefpunkten zwischen Oktober und Januar lässt sich eine weitere Widerstandslinie bei 6 300 Punkten herleiten. Somit zeichnet sich im Bereich zwischen 6 225 und 6 300 Punkten eine recht massive Widerstandszone ab. Sollte diese durchbrochen werden, dürfte die obere Trendlinie des seit März vorigen Jahres bestehenden Abwärtstrendkanals einen außerordentlich massiven Widerstand darstellen. Diese abwärts gerichtete Linie verläuft derzeit bei 6 500 Punkten. Erschwerend kommt hinzu, dass der Markt inzwischen wieder leicht überkauft ist. In so einer Phase ist es äußerst schwierig, Widerstände zu überwinden.

Beim amerikanischen Dow-Jones-Index lässt sich eine ganz ähnliche Formation erkennen. Auch er ist in der Nähe der oberen Trendlinie eines seit Januar vorigen Jahres bestehenden Abwärtstrendkanals angekommen.

Noch bestehen leichte Chancen für einen Ausbruch des Dow und des Dax über die abwärts gerichtete Trendlinie. Das würde allerdings eine ausgeprägte vorherige Konsolidierung voraussetzen. Eine dafür nötige obere Umkehrformation ist allerdings noch nicht zu erkennen.

Aufwärtsbewegung durch Verluste begrenzt

Die Aufwärtsbewegung ist allein schon dadurch begrenzt, dass sehr viele Anleger Aktien haben, die ihnen Verluste einbrachten. Investoren werden froh sein, wenn sie ihre Einstandskurse wiedersehen, und deshalb zu Verkäufen neigen. Deshalb gewinnen die Widerstandslinien und abwärts gerichteten Trendlinien derzeit eine besondere Bedeutung. Das gilt insbesondere für so umsatzstarke Aktien wie die Deutsche Telekom.

Ob eine obere Umkehr - also das Ende der gegenwärtigen Rally - noch im April oder erst im Mai erfolgt, ist derzeit offen. Nach einem Kursrückgang könnte dann im Spätsommer eine weitere Rally erfolgen, bevor im Herbst nochmals deutliche Rückschläge drohen.

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