Der Markt-Monitor
75 Milliarden – offenbar ein Klacks

Der US-Finanzbranche fehlen 75 Milliarden Dollar, sagt die Regierung. Und das war ist wahrscheinlich eher noch eine freundliche Aussage nach den "Stresstests". Trotzdem freut sich die Börse.
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Tim Geithners Trick scheint zu funktionieren. Der US-Finanzminister bescheinigt seinen Banken, dass sie insgesamt 75 Milliarden an frischem Kapital brauchen. Gleichzeitig bescheinigt er ihnen, das sei alles nicht so schlimm, und dabei assistiert ihm Notenbankchef Ben Bernanke. Und plötzlich scheinen die Investoren doch wieder Zutrauen zu haben, und weil das so ist, verbessert das die Chancen der Branche, das frische Kapital zu bekommen, und weil diese Chancen gar nicht so schlecht stehen, ist es tatsächlich nicht so ganz furchtbar. Wenn das Vertrauen zurückkehrt, scheinen 75 Milliarden auf einmal ein Klacks zu sein.

Insgesamt sieht es danach aus, als könnte es den Amerikanern gelingen, sich mit viel Pragmatismus und irgendwie doch unverwüstlichem Optimismus so halbwegs durchzuwurschteln und die Banken zwar noch lange nicht ans Ende der Krise, aber doch auf den Weg in diese Richtung zu bringen. Damit ist die Krise der "realen" Wirtschaft zwar noch nicht überwunden, aber die Lösung der Bankenkrise wäre eine notwendige Bedingung dafür. Wir sehen also den allerersten Anfang vom Ende der Krise und können nur hoffen, dass er uns nicht wieder vom Radar rutscht. Die Märkte feiern das zu Recht - aber inzwischen vielleicht auch schon zu ausgiebig.

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