Der Markt-Monitor
Aktien: Gelddrucken hilft

Die Ankündigung der US-Notenbank, Geld zu drucken, ist eigentlich eine Art Offenbarunseid. Aber die Börse findet es gut.
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Die US-Notenbank (Fed) tut jetzt im großen Umfang genau das, was eigentlich in den Giftschrank der Geldpolitik gehört: Sie kauft direkt Staatspapiere an. Wenn die US-Regierung ihre gewaltigen Konjunkturprogramme finanzieren will, muss sie also gar nicht erst Käufer finden, sondern kann sich direkt bei der Notenpresse bedienen.

Der Schritt war längst erwartet worden und ist hochproblematisch. Trotzdem reagieren die Börsen positiv. Sie sehen erst einmal den umnittelbaren Effekt: Der Wirtschaftskreislauf kommt so möglicherweise wieder in Gang. Das neue Geld kompensiert letztlich nur die Tatsache, dass die Finanzkrise Milliarden in den maroden Banken eingefroren hat. Was passiert, wenn diese Milliarden wieder auftauen-darüber denken wir erst später nach.

Sicher dürfte aber das Thema Währungen und Inflation jetzt wieder wichtiger werden. Die Exportwerte in Tokio waren heute schon schwächer, weil der Dollar unter Druck stand. Außerdem steigen die Spekulanten jetzt wahrscheinlich in den Goldmarkt ein und reiten so auf der Welle der Inflationsängste: Der legendäre Hedge-Fonds-Manager Paulson, der zuletzt gegen den allgemeinen Markttrend gigantische Gewinne machte, kaufte gestern ein Paket von Anglogold.

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