Der Markt-Monitor: Amerika entscheidet sich für die Inflation

Der Markt-Monitor
Amerika entscheidet sich für die Inflation

Wieder einmal muss die Notenbank Amerika retten - und damit auch die Börse. Aber mehr und mehr dürfte so auch die Inflation ein Thema werden.

Der Druck auf die Notenbank in den USA ist hoch. Und ihr Chef, Ben Bernanke, hat jetzt quasi angekündigt, dass er ihm nachgeben und die Zinsen Ende des Monats kräftig senken wird. Damit wird noch deutlicher als bisher: Die Stabilität des Geldes ist Moment Nebensache. Erst einmal wollen die Amerikaner ihre Wirtschaft retten.

Man kann ihnen das nicht übel nehmen. Da letztlich auch weltweit immer noch viel an der US-Wirtschaft hängt, und weil die Börsen meist der Wall Street zumindest ansatzweise hinterher laufen, haben letztlich alle etwas davon. Aber es gibt auch einen Preis, und der heißt "Inflation". Die muss nicht gleich in horrendem Ausmaß einsetzen, aber sie könnte doch in einigen Jahren höher liegen als bisher.

Man kann einwenden, dass die US-Notenbank in den letzten Jahren auch einige Male die Zinsen drastisch gesenkt hatte, ohne Inflation hervorzurufen. Richtig. Sie hat dann jeweils Blasen produziert, an den Aktienmärkten und dann an den Finanzmärkten. Dafür blieben die Verbraucherpreise einigermaßen stabil. Aber wird es jetzt wieder so laufen?

Die Verbaucherpreise blieben vor allem stabil, weil die Konkurrenz der Schwellenländer viele Produkte unglaublich billig gemacht hat. Doch dieser Effekt dürfte nach und nach etwas abnehmen, denn die Leute in China wollen auch nicht ewig zu Hungerlöhnen arbeiten. Dafür nimmt der Effekt, dass die Schwellenländer immer mehr Rohstoffe verbrauchen und dort die Preise hochtreiben, vielleicht noch zu. Außerdem: Wir hatten jetzt alle Blasen durch, möglicherweise sind die Finanzmärkte daher nicht mehr so aufnahmefähig für zusätzliches Geld. Das alles könnte dazu führen, dass Inflation doch wieder ein Thema wird.

Die Frage ist, ob Europa sich abkoppeln kann. Die Europäische Zentralbank wird im Moment auch von Amerikanern dafür gelobt, dass sie stur an ihrem Stabilitätskurs festhält. Aber je niedriger die Zinsen in den USA sinken, je schwächer der Dollar wird, desto mehr wächst der Druck auf die EZB, auch etwas nachzugeben. Möglicherweise wird daher Inflation auch bei uns wieder ein Thema - wenn auch vielleicht abgemildert gegenüber dem Dollarraum.

Inflation - das heißt, nominales Geldvermögen schrumpft tendenziell. Immoblien und Aktien sollten theoretisch ihren Wert behalten. Aber häufig steigen die langfristigen Zinsen und machen diese beiden Anlageformen unattraktiver. Es ist also nicht automatisch so, dass man bei einer leicht steigenden Inflation - von mehr rede ich hier nicht - automatisch mit "Realwerten" besser fährt. Sicher ist nur, dass die mögliche Inflation ein zusätzliches Thema für Anleger wird.

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