Der Markt-Monitor
Anleger honorieren Abtrennung des RWE-Netzes

RWE und noch mehr Konkurrent Eon zeigen in einem ingesamt flauen Markt Stärke. Hintergrund dürfte die Ankündigung von RWE sein, das Gasnetz zu verkaufen.

Noch ist völlig unklar, wer die Gasnetze von RWE und Eon (die hatten der Verkauf zuvor schon angekündigt) haben will. Aber es gibt eine Menge Investoren, die sich für Infrastrukturprojekte interessieren, die ein hohes Volumen aufnehmen und einen stetigen Rückfluss der Mittel versprechen. Da ist an Versicherer zu denken, zum Beispiel auch die Allianz. Oder an die australische Bank Macquarie, die sich auf Infrastruktur spezialisiert hat und in Europa schon präsent ist.

Für die Energieversorger steht im Vordergrund, dass sie schon mit der Ankündigung des Verkaufs den Streit mit der EU erst einmal entschärfen. Wenn tatsächlich verkauft wird, müssen beide Seite zufrieden sein. Die Versorger brauchen einen anständigen Preis für ihr Netz. Der künftige Netzbetreiber muss so viel Rendite bekommen, dass sich die Sache lohnt. Die offene Frage bleibt, was passiert, wenn der künftige Betreiber dann zu wenig in die Netze investiert. Möglicherweise werden mit der momentanen Aktion alle Probleme nur in die Zukunft verschoben. Aber aus Sicht der Konzerne und ihrer Aktionäre zählt zunächst einmal alles, was den Druck wegnimmt.

Ansonsten fällt auf, dass einzelne Banken den Dax offenbar am Jahresende wieder etwa in Höhe des Vorjahresniveaus sehen. Sollte 2008 auch ein gutes oder wenigstens ausgeglichenes Börsenjahr werden, so wäre das freilich eine Sensation, nach den guten Jahren zuvor alles andere als normal. Der Finanzsektor bleibt nervös. Das zeigt die Reaktion auf die Ankündigung einer britischen Bank (Bradford & Bingley), ihr Kapital zu erhöhen: Die britischen Bankwerte zwingt das jedenfalls in die Knie, obwohl der Betrag mit 250 Million Pfund bescheiden ist.

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