Der Markt-Monitor
Auch Fed-Drogen sind gefährlich

Die US-Notenbank rettet die Märkte. Aber wie lange hilft das? Der Schritt ist mutig, aber auch ziemlich gefährlich.

Dass es so schnell geht, hätte ich nun nicht gedacht. Die Märkte sind begeistert, die Welt ist wieder in Ordnung. Aber wie lange? Was macht Fed-Chef Ben Bernanke, wenn sich die Krise ausweitet? Noch weiter herunter mit den Zinsen?

Im Grunde stellt die heutige Entscheidung eine Wette darauf dar, mit dieser einmaligen Aktion den Verfall an den Märkten dauerhaft zu stoppen. Denn wenn immer wieder neue Schritte nötig sein sollte, dürfte die Glaubwürdigkeit der Fed ernsthaft Schaden nehmen. Die Zinssenkung auf Verlangen der Märkte - so muss man es wohl nennen - ist eine Art Droge. Sie wirkt sofort, sie macht high, aber wenn man in Abhängigkeit gerät, wird es gefährlich.

Man kann darauf wetten, dass jetzt sehr schnell die Diskussion einsetzt, ob Bernanke doch ein Weichei ist. Das Schlagwort "Helikopter-Ben" wird wieder die Runde machen - er hatte irgendwann mal gesagt, wenn es ganz dick kommt, könnte man Probleme lösen, indem man mit dem Hubschrauber Geld unter die Leute wirft. Freilich gilt auch: Wenn der heutige Coup reicht, die Märkte zu beruhigen, dann gilt er als Magier.

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