Der Markt-Monitor
Auf Goldman ist Verlass

Mit Spannung wurde die Woche erwartet, in der die US-Investmentbanken ihre Zahlen vorlegen. Doch bisher läuft es ganz gut.

Lehman Brothers gestern nicht ganz so schlimm wie erwartet, Goldman heute besser als erwartet: Die Signale von der Wall Street sind erträglich. Der Aktienmarkt hat solche Signale auch gebraucht. Denn zuvor war er in Gefahr, in eine kleine Depression abzurutschen. Jetzt hat er sich zunächst einmal gefangen, dürfte aber aber noch eine Weile anfällig bleiben.

Man kann es sicherlich nicht oft genug wiederholen: Bilanzen und damit auch Quartalszahlen haben in Zeiten der Finanzkrise nur eine begrenzte Aussagekraft. Vor allem bei Vermögensbestandteilen, für die es keine Marktpreise gibt, bleibt völlig im Dunkeln, wie sie bewertet werden. Und wenn es dann auf einmal doch wieder Marktpreise geben sollte, kann auf einmal alles ganz anders aussehen. Nicht auszuschließen ist nach wie vor, dass sich später irgendwann einmal herausstellt, dass einige Banken die Finanzkrise einfach auch mit dreister Bilanzierung ganz gut ausgesessen haben.

Aber mit jedem Quartal, in dem Goldman Sachs erträgliche Zahlen publiziert, wächst doch das Vertrauen, dass die Lage dort wirklich besser ist als bei anderen Investmentbanken. Und die Goldmänner deuten ja sogar an, dass sie auch an der Krise zu verdienen gedenken. Indem sie zum Beispiel angeschlagene Zweckgesellschaften restrukturieren oder übermäßig im Wert gefallene Assets aufkaufen.

Was sagt das für das künftige Geschäftsmodell der Investmentbanken aus? Wer besonders clever ist, kann vielleicht sogar so weiter machen wie bisher. Aber die besonders Cleveren leben auf Kosten der weniger Cleveren oder vom Zustrom aus den Toren der Notenbank, also letztlich auf Kosten der Allgemeinheit. Wenn die Notenbank das Geld knapper hält, und dazu ist sie jetzt gezwungen wegen der steigenden Inflationsangst, dann können nur noch wenige so weitermachen wie bisher. Und wer sich überschätzt, wird erneut auf die Nase fallen.

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