Der Markt-Monitor: Aus halbvoll wird halbleer

Der Markt-Monitor
Aus halbvoll wird halbleer

Die Hypo-Real-Estate muss 390 Millionen Euro abschreiben und verliert fast zehnmal soviel an Wert. Übertreiben Anleger maßlos nach unten, wenn sie die Aktie um mehr als 30 Prozent auf Talfahrt schicken? Durchaus nicht, denn der Vertrauensschwund wiegt schwer.

DÜSSELDORF. Wie ein Flächenbrand weitet sich die Immobilien- und Finanzkrise auf die Börsen aus. Nach Europa und der Wall Street stürzen die asiatischen Märkte ab und nehmen sogleich Europa wieder in Schlepptau. Das weckt böse Erinnerungen an das Platzen der Technologieblase nach der Jahrtausendwende. Doch was hat sich eigentlich gegenüber dem Jahresschluss 2007 geändert, als der Dax an seinem Allzeithoch bei über 8 000 Punkten kratzte?

Auch damals befassten sich Anleger bereits mit den möglichen Folgen der Immobilien- und Finanzkrise. Jetzt präsentieren weitere Finanzhäuser schlechte Zahlen, steigert der Chiphersteller Intel seine Gewinne um 50 Prozent, enttäuscht damit aber die allzu ambitionierten Erwartungen, und plötzlich ist heute alles schlecht, was gestern noch gut war.

Die Wahrheit und damit für die Börse der faire Wert liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Einerseits blendeten Anleger zu lange die gefährliche Kettenreaktion der Immobilienkrise aus, also die Folgen für die Finanzwelt, den Konsum und damit die Gesamtwirtschaft. Auf der anderen Seite vergessen Anleger jetzt, dass die Unternehmen selbst für einen Abschwung ganz ordentlich gerüstet sind. Zumindest was ihre Aktien und deren Bewertungen an der Börse angeht. Denn selbst bei Gewinnrückgängen von 25 Prozent, womit derzeit niemand rechnet, wäre der Dax bei einem Niveau von 8 000 Punkten nicht teuer. Die Anteilsscheine wären gemessen an den Gewinnen der Unternehmen lediglich so teuer wie im Durchschnitt der vergangenen 50 Jahre. Das sind nicht die schlechtesten Perspektiven für einen möglichen Marsch in die Rezession.

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