Der Markt-Monitor
Bernanke steht für Normalität

Eine große Überraschung war die Wiederernennung Bernankes nicht, und die Märkte haben auch nur mäßig darauf reagiert. Trotzdem ist sie letztlich eine gute Nachricht.
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Ben Bernanke hatte eine Zeit lang einen ganz schlechten Stand. Man warf ihm Fehler bei den großen Rettungsaktionen vor, vor allem aber, dass er nahtlos die lose Geldpolitik Alan Greenspans, seines Vorgängers an der Spitze der US-Notenbank, fortgesetzt hatte. Einige prominente Kritiker hat er heute noch, wie etwa Stephen Roach von Morgan Stanley. Aber eine erstaunliche große Zahl von Ökonomen hat ihn kurz vor seiner Wiederwahl durch den US-Präsidenten plötzlich erstaunlich einmütig gelobt.

Das ganze ist auch ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie die USA funktionieren. Dort sind jetzt alle der Meinung, dass es Zeit für eine Normalisierung ist - und der Präsident führt diese Bewegung an. Wenn aber alles wieder gut wird, kann Bernanke keinen schlechten Job gemacht haben, und dann sollten wir ihn im Amt lassen. So etwa läuft das.

Der entscheidende Punkt dabei: Damit alles wieder gut wird, müssen alle daran glauben. Das ist keine hinreichende Voraussetzung, leider, aber wahrscheinlich eine notwendige. Somit signalisiert die Wiederwahl Bernankes die Chance, dass wir tatsächlich eine Normalisierung erleben und nicht nur davon träumen. Die Chance, keine Garantie. Und nur wenn das eintritt, sind die heutigen Börsenkurse zu halten.

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