Börsenjahr 2008: Viel gelernt, viel verloren

« 3 / 3

Mitte Oktober, zur IWF-Tagung in Washington, standen wir kurz vor dem Moment, wo der Bildschirm schwarz wird. Die Aktien der Banken kannten nur noch eine Richtung - nach unten. Die Banker liefen zwar auf der IWF-Tagung herum, als sei nichts schlimmes passiert, aber hier und da brach doch die Nervosität durch. Und gegen Sonntagabend gab es nur noch ein Gesprächsthema: Wird das Rettungspaket, das die Europäer beschlossen hatten, seine Wirkung tun? Wird die Börse sich am Montag erholen oder gleich von vornherein ihre Skepsis kundtun? Es funktionierte: Der Montag wurde einer der stärksten Börsentage der Geschichte.

Aber das Desaster ging weiter. Danach rutschte die Citibank an den Rand der Pleite. Und dann wurde das ganze Ausmaß der Probleme in der US-Autoindustrie sichtbar. Und all diese Probleme nehmen wir mit ins neue Jahr - und die Börse wird zuverlässig immer wieder Horrormeldungen zu verdauen haben.

Zugleich war aber gegen Ende des Jahres spürbar, dass viele Großinvestoren ihre Bücher bereinigt und sich von allem getrennt haben, was irgendwie mit Risiko zu tun hat. Zugleich sind massenhaft Privatanleger aus Aktienfonds geflohen. Es entstand zeitweise eine Mechanik des Horrors, die mit konkreten Nachrichten nichts mehr zu tun hatte. Wenn es eine Börsenhoffnung für das neue Jahr gibt, dann diese: dass der Prozess der Risikoreduzierung weitgehend durch ist. Zum Teil hat sich das Risiko auch ganz allein reduziert, weil die Risikoaktiva - die Aktien - ihren Wert und damit auch ihren prozentualen Anteil im Depot verloren haben.

Das nächste Jahr wird noch einmal irrsinnig spannend, so viel ist sicher. Aber vielleicht nicht mehr ganz so schrecklich. Gute Börsenstorys fangen immer ganz leise an, wenn keiner so recht dran glauben mag. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern des Markt-Monitors viel Glück für das Jahr 2009.

  • Video

Panorama Erdbeben vernichtet tonnenweise Parmesan

Nach dem jüngsten Erdbeben in Norditalien haben viele Hersteller von Parmesan einen Großteil ihrer Produktion verloren.

NRW-Wahl-Blog Warum ich kein Spitzenpolitiker sein will

Ein Tag als Journalist auf Pressetour mit Norbert Röttgen reicht, um zu wissen: Politik-Redakteur Bernd Kupilias möchte kein Spitzenpolitiker sein. Über den Straßenwahlkampf als Ufo-Erlebnis und eine Amöbe in Langenfeld. Mehr…