Der Markt-Monitor
Böses Erwachen

Noch vor zwei Tagen brachte die US-Notenbank neue Hoffnung an die Märkte. Jetzt schlägt die Finanzkrise mit Macht zurück.

So hatten sich die Anleger das nicht vorgestellt. Zwar hatte nach der Fed-Stützungsaktion vom Dienstag niemand erwartet, dass die Talfahrt an den Börsen dadurch nachhaltig gestoppt wird. Aber dass der Dax seine Gewinne bereits zwei Tage später wieder abgibt, ist dann doch etwas überraschend. Die Krise der Carlye-Tochter Carlyle Capital erinnert die Anleger jedoch mit Nachdruck daran, wie instabil das Welt-Finanzsystem gegenwärtig ist. Die Notenbanken - das war auch gestern schon Konsens am Markt - können in dieser Situation nur verhindern, dass es schlimmer kommt als unbedingt notwendig. Als nachhaltige Stütze für die Märkte fallen Fed und Co. aus.

Da zurzeit aber auch keine andere helfende Hand in Sicht ist, bleibt die Lage an den Börsen trostlos. Und niemand kann den Anlegern verdenken, dass sie nicht investieren. Denn die guten Nachrichten von heute werden mit beängstigender Regelmäßigkeit schon wenig später durch neue Hiobsbotschaften torpediert. In diesem Umfeld ist Abwarten an der Börse wahrscheinlich tatsächlich die einzige sinnvolle Strategie.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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