Der Markt-Monitor
Das war knapp, Herr Ackermann

Gerade noch im grünen Bereich bleibt die Deutsche Bank. Aber ihr Hauptproblem, die hohe Verschuldung, besteht nach wie vor.
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Was ist der Unterschied zwischen Josef Ackermann, dem Chef der Deutschen Bank, und dem Reiter über den Bodensee? Der Reiter merkte es nachher, dass das Eis ziemlich dünn war. Ackermann weiß es auch jetzt schon, wo er noch mitten auf dem See ist.

Der Chef der Deutschen Bank hat sich für eine Änderung der Bilanzierungsregeln stark gemacht - unter anderem als Präsident des internationalen Großbankenverbandes IIF. Jetzt hat es gerade mal so gepasst, dass mit diesen Änderungen einen Verlustausweis verhindern konnte. Aber die Analysten dürften eine andere Relation im Auge haben: Die Verschuldung der Bank, oder umgekehrt, der Hebel. Das Eigenkapital der Bank liegt laut Konzernbilanz immer noch deutlich unter zwei Prozent. Umgekehrt gerechnet: Die Bilanzsumme ist 56mal so groß wie das "Eigenkapital einschließlich Minderheitenanteile". Etwas besser als vor drei Monaten, da lagen wir bei 59, aber schlechter als Ende 2007 mit rund 50.

Ackermann sagt selbst, dass er diesen Hebel abbauen muss. Dass es nicht schneller passiert, zeigt aber, wie schwer das ist. Wer will jetzt irgendwelche Assets aus einer Bankbilanz kaufen? Die Nachfrage dürfte bescheiden sein. Die andere Möglichkeit wäre, das Kapital zu erhöhen. Aber der Markt gibt nur ungern etwas her, und zum Staat will Ackermann nicht laufen.

Die Deutsche Bank redet lieber über das aufsichtsrechtliche Kapital - und sieht ihre Quote viel besser aus, auch im Verhältnis zu Konkurrenz. Bei dieser Quote werden risikoarme Assets mit geringer Gewichtung gewertet. Aber in der Krise ist das Vertrauen zu Risikoberechnungen aller Art ja etwas geschwunden, die ganz einfachen Prozentzahlen, die jeder nachrechnen kann, haben an Charme gewonnen.

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