Der Markt-Monitor
Den Banken geht das Geld aus

Der neue Abschreibungsbedarf bei Merrill Lynch bringt erneut die Bankaktien unter Druck. Und auf den zweiten Blick sieht Merrill noch schlechter aus als auf den ersten.
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In London ging vor kurzem eine Kapitalerhöhung bei HBOS schief: Niemand wollte die neuen Aktien haben. Aber wer soll dann die Milliarden beisteuern, die Merrill Lynch jetzt braucht? Die Banken zeigen mehr und mehr, dass sie ein Fass ohne Boden sind. Die meisten Staatsfonds aus dem Osten kaufen wahrscheinlich lieber Aktien der Deutschen Bahn, als sich noch einmal mit US-Banken die Finger zu verbrennen. Immerhin scheint Temasek aus Singapur zuzugreifen - zum Discountpreis. Dieser Staatsfonds war clever. Er hat sich bei der letzten Kapitalerhöhung von Merrill eine Art Nachbesserungsschein geben lassen: Wenn die Bank innerhalb der nächsten zwölf Monaten noch einmal Aktien zu niedrigerem Preis ausgibt, bekommt der Fonds die Differenz ausgezahlt. Genau das passiert jetzt. Im Endeeffekt wird die Kapitalerhöhung für Merrill daher noch teurer, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Und Temasek vergrößert mit relativ wenig Geld seinen Einfluss.

Der ungeheure Verfall der Bankaktien bedeutet aber auch für relativ gesunde Institute, dass Eigenkapital für sie enorm teuer geworden ist. Auf der anderen Seite wird es schwieriger vernünftige Renditen zu erwirtschaften. Diese Prozess ist gefährlich: Wenn die Banken weniger erwirtschaften, als die Investoren sehen wollen, zerrinnt ihnen die Kapitalbasis immer wieder.

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