Der Markt-Monitor
Der Bär erhebt sein Haupt

Ja, es lief schlecht in den letzten Wochen, aber von einem richtigen Bärenmarkt konnte noch keine Rede sein. Aber jetzt droht die Gefahr, dass wir ihn bekommen.

Wenn der Bär los ist an der Börse, dann heißt das nicht unbedingt, dass wir einen dramatischen Einbruch erleben. Viel wahrscheinlicher ist ein Crash in kleinen Schritten. Man schaut jeden Tag hin und ärgert sich. Und wenn man in ein paar Wochen nachrechnet, ist das Depot einfach ein bisschen weniger wert geworden. Und wenn man noch ein paar Wochen wartet, geht es so weiter.

Wenn der Bär richtig los ist, dann helfen auch "Bewertungen" nichts mehr. Erstens werden sich noch manche Bewertungen in Luft auflösen, weil die zu Grunde liegenden Gewinnschätzungen nicht zu halten sind. Außerdem gehen in einem richtigen Bärenmarkt die Kurse weiter herunter, obwohl jeder weiß, dass sie eigentlich schon zu niedrig sind. Aber jeder hat eben Angst, dass die anderen verkaufen, und verkauft deswegen selbst. Es ist das Spiegelbild zur Party, wo alle weiterfeiern, obwohl alle wissen, dass die Rechnung schon längst von niemandem mehr zu bezahlen ist.

Noch sind wir ein Stück entfernt von so einem Bärenmarkt. Aber die US-Geldpolitik, die monatelang vorbeugend dagegen gewirkt hat, ist inzwischen nicht mehr überzeugend. Jeder weitere Zinsschritt wird als Eingeständnis der Schwäche und als Inflationssignal verstanden. Und allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Finanzkrise noch längst nicht ausgestanden ist. Wer wenig Geduld und/oder schlechte Nerven hat, ist wahrscheinlich an der Aktienbörse im Moment fehl am Platz.

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