Der Markt-Monitor: Der Butler der Wall Street

Der Markt-Monitor
Der Butler der Wall Street

Die Wall Street ruft, Bern Bernanke handelt. Wenn es denn wenigstens helfen würde.

Okay, es war Wunschdenken. Ich hatte gehofft, der Chef der US-Notenbank würde seine Unabhängigkeit demonstrieren, seine Glaubwürdigkeit stärken. Zum Beispiel, in dem er die Zinsen etwas weniger senkt, als die Wall Street von ihm verlangt. Aber wahrscheinlich hatte er zu viel Angst, dann als "unberechenbar" zu gelten - diesen Vorwurf gegen ihn gab es auch schon.

Eigentlich war ich immer ein Fan von Ben Bernanke. Der Mann wirkt so ruhig, so vertrauenserweckend. Aber ein Butler wirkt auch ruhig und vertrauenserweckend. Und er tut widerspruchslos, was man von ihm verlangt. Bernanke hat nicht nur die Zinsen um den halben Prozentpunkt gesenkt, den die Märkte erwartet haben. Er hat mit seinen Kommentaren auch noch die Tür sperrangelweit offen für weitere Zinssenkungen gelassen. Trotzdem hat die Wall Street gestern sogar leicht im Minus geschlossen.

Wahrscheinlich geht es in den nächsten Monaten immer so weiter. Bei jeder schlechten Nachricht aus dem Finanzsektor gerät die Börse unter Druck und klammert sich dann an die Hoffnung auf eine neue Zinssenkung - und bekommt sie auch. Also keine gute, aber auch keine dramatisch schlechte Perspektive. Vielleicht bezahlen wir an der Börse die große Rechnung noch viel später als gedacht: Wenn die US-Konjunktur wieder anzieht und die Notenbank die Zinsen wieder anhebt, um die Inflation einzufangen.

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