Der Markt-Monitor
Die Amis wurschteln sich durch

Ben Bernanke und Hank Paulson arbeiten kräftig, um den Finanz-Schlamassel in den Griff zu kriegen. Mit welchem Erfolg? Die Börse jedenfalls profitiert von diesen Bemühungen.

Der US-Notenbankchef Bernanke hat also noch einmal indirekt bekräftigt, was inzwischen ohnehin fast alle glauben: Die Zinsen werden gesenkt. Die Aktien profitieren davon. Sie werden jetzt bis Mitte Dezember nur noch im Sog von Zinserwartungen schwimmen und alles andere mehr oder minder ausblenden - das lehrt jedenfalls die Erfahrung der letzten Monate.

Gleichzeitig wirbelt aber US-Finanzminister Hank Paulson hinter den Kulissen. Obwohl er früher selbst als Goldman-Chef den Markt mit entwickelt hat, der jetzt im Sumpf steckt, und obwohl er eigentlich gegen staatliche Interventionen in Märkte ist. Er vesucht mit mehr oder minder unsanftem Druck, die Baufinanzierer dazu zu überreden, dass sie ihren Kunden vernünftige Finanzierungen anbieten. Viele Kunden müssten sonst im nächsten Jahr, nachdem sie mit Lockvogel-Angeboten in unseriöse Kredite gelockt wurden, mit sprunghaft steigenden Zinsen leben. Das würde nicht nur die Banken, sondern die ganze US-Konjunktur nach unten ziehen.

Fragt sich nur, wer am Ende bezahlt. Eine Umschuldung ist schwierig, vor allem wenn der Kredit weiterverkauft und mehrfach umgepackt wurde. Es gibt also zwei Arten, wie man Erleichterung verschaffen kann. Einmal, indem der Kredit gestreckt wird. Oder indem die Konditionenen gesenkt werden. Die zweite Variante haut den Banken in die Gewinn- und Verlustrechnung. Also wird man, wo eben es geht, die erste wählen. Das heißt aber, dass viele Amerikaner noch verdammt lange abzuzahlen haben.

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