Der Markt-Monitor
Die Börse auf Punkte-Jagd

Die Aktienmärkte setzen ihre Rekordjagd fort, und die Experten warnen weiter fleißig. Aber so lange noch ewarnt wird, ist die Welt halbwegs in Ordnung.
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Der Dow schließt über 10 000 Punkten. Der Dax ist nicht mehr weit von den 6000 Punkten entfernt. Und, ganz nebenbei, der Euro turnt kurz unter der magischen Grenze von 1,50 Dollar herum. Magische Punkte-Grenzen haben mit nüchternen ökonomischen Überlegungen eigentlich nichts zu tun. Aber an der Börse spielen sie immer noch eine Rolle, heizen die Jagd auf neue Höchststände noch an.

Gleichzeitig werden die Experten nicht müde, vor einer neuen Blase zu warnen. Zu Recht. Irgendwann werden die Kurse mal wieder unter das heutige Niveau tauchen, und dann sehen wir rückblickend eine Blase auf dem Chart. Auf der anderen Seite: Die vielen Warnungen sind ein gutes Zeichen. Gefährlich wird es meist erst dann, wenn keiner mehr warnt, weil sich alle mit ihren Warnungen schon eine blutige Nase geholt haben.

Banken und Vermögensverwalter stecken auch in der Zwickmühle: Sollen sie Anlegern noch zuraten, in den Aktienmarkt einzusteigen? Wenn sie besonnen waren, haben sie schon lange davon abgeraten - und ihre Kunden damit an Kursgewinnen gehindert. Die Erfahrung zeigt aber, dass Kunden vor allem sauer sind, wenn ihnen Gewinnchancen entgehen. Kursverluste kreiden sie ihre Bank oft weniger an. Der Grund ist ganz einfach: Die Verluste machen im Zweifel alle, aber bei den Gewinnen hat man das Gefühl, die anderen waren dabei und man selber nicht.

Wenn irgendwann die Dämme brechen und viele Investoren und ihre Berater dann doch auch noch einsteigen, obwohl sie es eigentlich gar nicht wollten, wenn die Warner heiser geworden sind und lieber die Klappe halten, weil doch keiner auf sie hört: Dann ist die Blase voll. Kann noch ein bisschen dauern, aber es ist wahrscheinlich schon ganz schön Luft drin.

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