Der Markt-Monitor
Die Börse blickt nach Jackson Hole

Die Notenbanker dieser Welt versammeln sich am Wochenende in den Bergen, im amerikanischen Jackson Hole. Und die Märkte lauschen, ob ihren erlauchten Lippen irgendwelche nützlichen Hinweise entfliehen.
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Die Notenbanker dieser Welt versammeln sich am Wochenende in den Bergen, im amerikanischen Jackson Hole. Und die Märkte lauschen, ob ihren erlauchten Lippen irgendwelche nützlichen Hinweise entfliehen.

Jede Äußerung, die auf eine baldige Straffung der Geldpolitik hindeutet, wäre Gift für die Märkte. Da es ja eine ganze Menge positiver Konjunkturdaten gab und die Stimmung insgesamt schon sehr auf "Wir-haben-das-Schlimmste-hinter-uns" gedreht ist, könnte man solche Äußerungen auch erwarten. Ich glaube trotzdem, dass die Notenbanken nichts erzählen werden, was die Märkte beunruhigt.

Interessant ist, dass sogar Bundesbankpräsident Axel Weber davon ausgeht, dass die Geldpolitik noch eine Weile großzügig bleiben wird. Dabei gilt Weber innerhalb der Europäischen Zentralbank eher als Falke, und die EZB gilt als "härter" als die amerikanische Notenbank. Aber Weber ist Ökonom und Realist genug um zu wissen, dass einer der größten Fehler bei der Krisenbekämpfung ist, zu schnell den Schalter wieder umzulegen und einen beginnenden Aufschwung abzuwürgen.

Richtig ist, dass US-Notenbank-Chef Ben Bernanke vor einiger Zeit die Öffentlichkeit darauf vorbereitet hat, dass er irgendwann die Zügel wieder anziehen muss. Aber das heißt nicht, dass das sehr bald ansteht - Bernanke ist ebenfalls zu sehr Krisenexperte, um diesen Fehler zu machen. Er hat das Thema wahrscheinlich aus zwei Gründen schon so früh angesprochen. Erstens: Um sich etwas härterers Image zu geben und damit auf seine Wiederwahl hinzuarbeiten. Und zweitens, vielleicht noch wichtiger, um Ängste vor einer Inflation gar nicht erst aufkommen zu lassen. Denn solche Ängste würden die Wirkung der Geldpolitik weitgehend neutralisieren.

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