Der Markt-Monitor
Die Börse nach Lehman

Ein Jahr nach dem Absturz der US-Bank hat sich die Börse weitgehend erholt. Jetzt hat sie eine harte Wegstrecke vor sich.
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Vor einem Jahr stand der Deutsche Aktienindex (Dax) bei rund 6000 Punkten. Die Lehman-Pleite versetzte ihm dann einen kräftigen Stoß zunächst bis deutlich unter 5000 und dann sogar weit unter 4000 Punkte. Inzwischen hat sich der Index wieder erholt auf gut 5600 Punkte. Das Lehman-Debakel ist so besehen am Aktienmarkt noch nicht ganz, aber doch in weiten Teilen verdaut.

Schaut man noch etwas weiter zurück, zeigt sich aber das ganze Ausmaß des Desasters für Aktienanleger. Denn den größten Teil des Abstiegs hatte die Aktienbörse damals schon hinter sich - herunter von 8000 Punkten auf 6000 Punkte. Das relativiert etwas den Eindruck, mit dem Fall von Lehman sei die Krise "erst so richtig" losgegangen. Nein, es war nur der zusätzliche Stoß.

Im Rückspiegel sehen die Bewertungne um die 8000 Punkte wieder wie eine "Blase" aus. Anders als im Internetboom Anfang des Jahrtausends waren die Kurse aber fast immer einigermaßen durch entsprechende Gewinne gestützt. Heute wissen wir, dass diese Gewinne (die eine Zeit lang noch als zu spät revidierte Gewinnschätzungen für optisch niedrige Bewertungen sorgten) nicht haltbar waren. Die Blase hatte woanders stattgefunden - in den Kreditmärkten und damit auch in der Realtwirtschaft. Die Blase der Aktienkurse war nur eine Ableitung davon - aber eben deswegen war sie auch nicht so deutlich zu erkennen.

Wenn wir nach vorn schauen, sieht es nicht einfach aus. Bei vielen Unternehmen ist immer noch nicht klar, wie hoch ihr nachhaltiger Gewinn sein wird. Sie werden auf Dauer nicht mehr die Umsätze haben wie zu Boomzeiten. Sie werden aber auch nicht ewig in einer Situation mit einem völligen Einbruch der Aufträge leben - das ist ja jetzt schon absehbar. Und einige werden einen Teil ihrer Belegschaft abbauen oder auf andere Weise ihre Kosten reduzieren. Aus diesem Gemisch ergibt sich der nachhaltig erzielbare Gewinn, an dem die Börse sich orientieren will. Sie wird dabei den Boden nicht unter den Füßen verlieren, aber doch auch Phasen größerer Unsicherheit durchlaufen.

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