Der Markt-Monitor
Die Krise geht ins nächste Quartal

Credit Suisse schreibt eine Milliarde Dollar ab - und zwar im ersten Quartal 2008. Aber eigentlich ist es nicht überraschend, dass die Krise mit dem Bilanzjahr 2007 noch nicht vorüber ist.

Einmal richtig aufräumen und dann nach vorn schauen. So stellt man sich das vor, wenn Banken ihre Bilanzen in Ordnung bringen. Manche versuchen das, andere sind zögerlicher. Die Amerikaner sind vielleicht etwas forscher als die Europäer. Aber ganz so einfach ist es nicht.

In den Bilanzen - in Amerika ebenso wie in Europa - wird immer noch sehr viel nach "Modellen", nicht nach Marktwerten bewertet. Nach Ansicht der deutschen Wirtschaftsprüfer - aber die dürfte damit nicht allein stehen - muss es genau so laufen: Wenn kein Markt da ist, dann DARF man gar nicht einfach die dubiosen Papieren abschreiben, sondern man MUSS sie sogar nach Modellen bewerten, in die Annahmen über künftige Zahlungen, Ausfälle, Zinsen etc. eingehen. Das heißt aber: "einmal aufräumen und dann ist gut" funktioniert gar nicht immer. Daher sollte sich auch niemand wundern, wenn die Banken nicht alle Probleme in der Bilanz für 2007 wegdrücken.

Auch die Deutsche Bank ist nicht völlig aus dem Schneider. Sie hat zwar nach eigener Aussage wenig Probleme mit direkt dubiosen Anlagen. Aber sie hat noch eine Menge von Großkrediten in der Bilanz, die sie eigentlich verkaufen wollte, was aber wegen der Finanzkrise nicht funktioniert. Natürlich muss sie diese Kredite nicht gleich alle abschreiben (dann wäre 2007 auch kein Rekordjahr geworden). Aber je nach dem, wie sich die Märkte entwickeln, gibt es dort vielleicht doch noch etwas Abschreibungsbedarf - wer weiß das schon so genau? Die Bank selber äußert sich optimistisch, aber vorsichtig zu dem Thema.

Alles in allem ist die Ankündigung von Credit Suisse daher vielleicht eher ein Signal als ein Ausrutscher: Es geht weiter. Wir haben noch länger etwas von der Krise. Und deswegen wird sie auch immer wieder den Aktienmarkt unter Druck bringen, vor allem die Finanzwerte. Und es bleibt dabei: Man darf die Abschlüsse der Banken nicht allzu ernst nehmen, so bitter das klingen mag. Aber gerade im Moment stecken einfach zu viele Probleme in der Bilanzierung.

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