Der Markt-Monitor
Die Lügen der Wall Street

Die Liquiditätsspritze für Bear Stearns zieht die Märkte nach unten. Schlimmer noch: Sie zerstört weiteres Anlegervertrauen.

Nichts war es mit dem ruhigen Wochenausklang. Die Nachricht, dass JP Morgan gemeinsam mit der Fed der Investmentbank Bear Stearns unter die Arme greift, um einen Kollaps des Konkurrenten zu verhindern, schreckt die Anleger noch einmal gewaltig auf. Ausgerechnet Bear Stearns! Um die Bank ranken sich seit Tagen Gerüchte, die ihr Liquiditätsprobleme nachsagen. Doch Vorstandschef Alan Schwartz hat alle Bedenken weit von sich weg geschoben. Noch am Dienstag betonte er, dass seine Bank über "starke Liquidität" verfüge.

Gerade einmal zwei Tage später ist das alles Makulatur. Immerhin bleibt sich die Bank insofern treu, als sie erklärt, dass sich die Liquiditätssituation erst in den vergangenen 24 Stunden "signifikant" verschlechtert habe.

Was der Markt davon hält, zeigt die Börsenreaktion. Frei nach der Devise "Wer einmal lügt, dem glaub nicht mehr" stoßen die Anleger ihre Bear-Stearns-Aktien ab. Innerhalb einer Stunde hat sich der Börsenwert der Bank halbiert.

Ob Bear Stearns eine Ausnahme ist? So sehr man dran glauben möchte - wahrscheinlicher ist, dass hinter den Türen der Wall-Street-Firmen noch manch ein dunkles Geheimnis lauert. Nicht umsonst trauen die Banken einander zurzeit keinen Schritt weit über den Weg.

Dass es die Anleger ihnen gleich tun, darf niemanden überraschen. Auch nicht, dass sie in ihrer Verunsicherung nicht mehr differenzieren und Aktien quer durch alle Sektoren abstoßen. Den Verkaufsdruck nimmt die Börse mit in die neue Woche. Und er wird ihr noch lange erhalten bleiben, so lange Lügen und Halbwahrheiten das Vertrauen der Anleger zerstören.

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