Der Markt-Monitor
Die Märkte sortieren sich neu

Nachdem die US-Regierung ihr Rettungspaket angekündigt hat, werden viele Bewertungen hinfällig - das löst Unsicherheit aus.
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Zugegeben - etwas überrascht war ich schon, wie heftig die Börse in New York gestern gleich wieder eingebrochen ist. Die Anleger scheinen dem Braten noch nicht zu trauen. Sie fürchten, dass in dem Gezerre zwischen Politik und Bank-Lobbyisten noch etwas schief gehen könnte. Außerdem ist zurzeit wahrscheinlich kaum jemanden ganz klar, ob die Umwandlung von Goldman Sachs und Morgan Stanley von Investment Banken in "normale" Banken für deren Aktionäre eine gute oder schlechte Nachricht ist.

Schwer einzuschätzen ist auch der Ölpreis. Sein gestriger Höhenflug wurde teils mit der Angst vor Inflation (wegen des teuren Rettungspakets), teil mit Hoffnung auf eine bessere wirtschaftliche Entwicklung (ebenfalls wegen des Rettungspakets) begründet. Hier braucht der Markt wohl noch ein Tage, bis er sich zu einer konsistenteren Deutung durchringt.

Möglich ist auch, dass sich bald nach dem Start der Rettungskaktion für die Banken wieder ganz andere Sorgen um ganz andere Branchen in den Vordergrund schieben. Zum Beispiel General Motors. Der Riese unterhält die Öffentlichkeit mit Studien für flotte Elektroautos, die (zumindest als Sportwagen) niemand braucht, gleichzeitig rinnt ihm das Geld durch die Finger. Und dann stellt sich gleich die Frage: Werden die auch gerettet, weil ja die Banken gerettet werden? Oder gilt jetzt erst Recht: Der Staat hat kein Geld mehr und kann nicht dort auch noch eingreifen?

Insgesamt is die Börse aber zurzeit vielleicht ein wenig zu pessimistisch. Die Tatsache, dass die US-Regierung definitiv keinen Zusammenbruch des Finanzsystems zulässt, wird noch unterschätzt. Vor einem Jahr hat die Börse die Risiken der Finanzbranche weitgehend ignoriert, heute kommt sie gar nicht mehr davon weg.

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