Der Markt-Monitor
Die Post als Hedge-Fonds

Die Post verdient prächtig an Verkaufsoptionen für Postbank-Aktien. Im Gegenzug müsste die Deutsche Bank eigentlich einen Verlust buchen.
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Manchmal wird man auch unbeabsichtigt zum Zocker - die Regeln der Internationalen Bilanzierung machen es möglich. Die Post hat lang laufende Verkaufsoptionen für ein Paket an Postbank-Aktien in den Büchern. Die entsprechende Kauf-Verpflichtung liegt bei der Deutschen Bank, die so langfristig zur wirklichen Herrin bei der Postbank wird. Weil diese Optionen nach Marktwert bilanziert werden müssen, verbucht die Post einen Gewinn, wenn der Kurs der Postbank sinkt. Also funktioniert die Post im Prinzip wie eine Art Hedge-Fonds, der gegen die Postbank wettet, obwohl diese Absicht nicht ausschlaggebend für den Abschluss der Optionsgeschäfte war.

Im Gegenzug müsste die Deutsche Bank einen entsprechenden Verlust im zweiten Quartal gebucht haben. Der gesamte Fall ist vom Ausmaß und vom Vorgehen her nicht mit den Vorgängen bei Porsche und VW vergleichbar, wo der Porsche-Gewinn und der VW-Kurs zeitweise völlig von reinen Finanzgeschäften verzerrt war. Trotzdem ist er ein auch ein Beispiel dafür, dass die Bilanzierung nach Marktwerten dazu führen kann, dass das operative Geschäft nicht mehr klar im Gewinn zum Ausdruck kommt. Die Börse hat sich allerdings heute, so scheint es, nicht irritieren lassen und reagiert eher zurückhaltend auf die Post-Zahlen.

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