Der Markt-Monitor
Die Rally, an die keiner glaubt

Analysten warnen vor Übertreibungen, Börsianer kaufen trotzdem. Eine merkwürdige Situation - aber nicht ungewöhnlich, und nicht einmal sehr gefährlich.
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Natürlich wird es in absehbarer Zeit noch einmal Rückschläge an den Börsen geben, da haben die Analysten, die warnen, schon Recht. Aber ungewöhnlich ist es nicht, dass die Leute Aktien kaufen, obwohl sie nicht wirklich an die Rally glauben. Ist das irrational? Kaumt darauf an, was man darunter versteht. Wahrscheinlich glauben alle, dass die Rally eigentlich zu früh und zu stark eingesetzt hat. Aber weil sie befürchten, nicht dabei zu sein, machen sie trotzdem mit. Es ist das alte Thema: Rationalität heißt an der Börse in erster Linie zu überlegen, was die anderen wohl tun. Und dabei kann ein Ergebnis herauskommmen, dass ganz rational jeder für übertrieben hält.

Wirklich gefährlich wird es aber meist erst dann, wenn sich diese Widersprüchlichkeit auflöst. Wenn die warnenden Stimmen verschwinden. Wenn alle glauben, dass die Rally doch gerechtfertigt ist. Wenn die Analysten sich ganz neue Begründungen für die Kurssteigerungen ausdenken. Wenn das Argument auftaucht: Diesmal ist alles anders. In so einem Szenario haben die meisten Investoren, die grundsätzlich dazu bereit sind, schon Aktien gekauft. Dann springen noch ein paar Bekehrte auf, die eigentlich nie etwas mit Aktien zu tun haben wollten, oder die Fonds mit hohem Aktienanteil gekauft haben, ohne so richtig zu verstehen, was sie da tun. Das ist dann die heiße Übertreibungsphase und danach gehts wieder runter. Aber wo weit sind wir noch nicht.

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