Der Markt-Monitor
Die Unternehmen als Stimmungsbremsen

Die Stimmung an den Märkten steigt stetig. Auch die Konjunkturerwartungen werden zunehmend optimistischer. In den Unternehmen zeigt sich aber ein anderes Bild. Hier hagelt es nach wie vor Hiobsbotschaften.
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Geradezu euphorisiert hatten die Anleger - und noch mehr eigentlich alle deutschen Medien - vergangene Woche auf den Freitag geschaut. Am Hexensabbat sollte es die große Abrechnung an den Börsen geben, insbesondere bei VW und Porsche. Das Ergebnis ist bekannt: Wie fast immer in den vergangenen Jahren wurden die Erwartungen an springende Kurse am Verfallstag enttäuscht.

Weitere Enttäuschungen drohen Anlegern womöglich mit Blick auf die weitere Kursentwicklung an der Börse. Auch hier könnte sich schon bald herausstellen, dass die Euphorie, mit der Investoren an die Aktienmärkte zurückgekehrt sind, zu groß war. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Konjunkturentwicklung. Schon im dritten Quartal dieses Jahres soll die Wirtschaftsleistung wieder anziehen, erwarten viele Experten. Auch der Internationale Währungsfonds hat bereits angekündigt, dass er seine globale BIP-Prognose für 2010 anheben wird. Bisher war der IWF von 1,9 Prozent Wachstum ausgegangen.

Schaut man auf die Unternehmen, zeigen sich allerdings bisher keinerlei Entspannungssignale. Jüngstes Beispiel ist die Gewinnwarnung der Lufthansa, die für dieses Jahre nun Verluste fürchtet. In der Vergangenheit hatten unter anderem K+S, Pfleiderer und Drägerwerk die Anleger mit stark gekürzten Prognosen enttäuscht.

Der heutige Ifo-Index, der nach Meinung von Experten eine weitere Stimmungsaufhellung zeigen dürfte, sollte vor diesem Hintergrund nicht überbewertet werden. Letztlich zeigt er nur, dass sich die Schere zwischen Erwartungen und tatsächlicher Lage noch weiter geöffnet hat. Für die kurzfristige Entwicklung an den Aktienmärkten ist das kein gutes Zeichen.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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