Der Markt-Monitor
Dollar-Bashing - der neue Sport

Auf einmal ist der Dollar nicht mehr toll, und die Chinesen wollen gleich eine neue Weltwährung einführen. Ein neues Konfusionsthema für die Märkte.
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Es musste ja passieren: Das riesige Gelddruck-Programm der amerikanischen Notenbank war zwar keine Überraschung, setzte den Dollar aber dennoch unter Druck. Nachdem die Währung lange Zeit wahrscheinlich eher von markttechnischen Faktoren bestimmt war (Rückzug amerikanischer Investoren aus anderen Währungen) und daher stärker als ihr wirtschaftliches Fundament aussah, hat sich die Stimmung gedreht.

Das setzt die Chinesen unter Druck. Sie fürchten, dass ihre Devisenbestände dahinschmelzen, die sie hauptsächlich in Dollar halten. Diese Furcht ist sehr berechtigt. Schließlich ist ein Abschmelzen ihrer Schulden genau das, was die Amerikaner brauchen, um wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen: Willkommen sei die Notenpresse.

Der Vorschlag der Chinesen, eine neue Weltwährung auf Grundlage des IWF zu gründen, klingt zunächst einmal wie ein schlechter Witz. Schon der Euro ist als Konstrukt kompliziert genug - und dann gleich eine Weltwährung? Ohne ein politisches und wirtschaftliches Fundament? Es fragt sich, ob die Chinesen das wirklich ernst meinen. Vielleicht wollen sie den Amerikanern auch einfach nur vors Schienbein treten. Wäre nicht verwunderlich, nachdem die Amerikaner gerne über eine angeblich zu schwache chinesische Währung lästern und gleichzeitig ihre eigene Währung geldpolitisch schwächen.

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