Der Markt-Monitor
Eine düstere Wolke über den Märkten

Auch wenn die Börsen zaghaft die Erholung proben: Was man aus den USA hört, schwebt wie eine düstere Wolke über den Märkten.

Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank (Fed), hatte am Donnerstag sehr düstere Töne von sich gegeben. Zugleich bekräftigte er seine Bereitschaft, mit Zinssenkungen gegenzusteuern. Aber es ist vielleicht kennzeichnend für den neuen Tendenzen am Markt, dass die warnenden Töne mehr bewirkt haben, als die Hoffnung auf die nächste Zinssenkung. Vor wenigen Monaten war das noch anders. Da lauerten die Märkte nur auf Zinssenkungen und nahmen sogar Warnungen begierig auf, weil sie sie als Signale für eine weichere Geldpolitik ansahen.

Nicht gerade ermutigend ist auch, dass in den USA jetzt offenbar eine Diskussion darüber anbricht, ob Bernankes Vertrag verlängert wird. Das steht erst ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl an, also in rund zwei Jahren. Bis dahin kann die Welt völlig anders aussehen. Und es herrscht Konsens, dass Bernanke keinen ganz schlechten Job gemacht hat, aber dass wahrscheinlich die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden beiden Jahre darüber entscheidet, ob er bleiben darf oder nicht. Diese Diskussion bedeutet aber zweierlei: Erstens ist Bernankes Position durch diese Debatte geschwächt. Und zweitens wird so der Anreiz für ihn, sehr kurzfristige Geldpolitik zu machen, noch verstärkt. Da erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann doch ein Inflationsproblem in den USA gibt.

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