Der Markt-Monitor
Eine Säule für den Aktienmarkt bricht weg

Jetzt wird es ganz deutlich: Die Übernahmephantasie, die die Börse zuletzt beflügelt hat, spielt zunächst einmal keine Rolle mehr.

Es war zu schön, um wahr zu sein. Die Aktienbörse war eigentlich längst ausgereizt. Aber weil es ständig Übernahmegerüchte gab, liefen die Kurse doch noch weiter. In dieser Woche ist aber das eingetreten, was viele befürchtet hatten: Für einige prominente Übernahmedeals ließ sich keine Finanzierung mehr "platzieren". Sprich: Die Banken müssen selbst in die Tasche greifen und Kredite aus der eigenen Bilanz geben. Das werden sie tun - aber dabei deutlich vorsichtiger sein als bei den bisherigen Krediten, die gleich wieder auf dem Kapitalmarkt verscheuert werden konnten.

Bricht damit der Kapitalmarkt zusammen? Nein. Wir haben eher wieder so eine Art Normalzustand. Früher war ganz klar, dass Banken ihre Kredite selbst in den Büchern behalten - und dass zur Finanzierung von Übernahmen das Geld nicht auf der Straße lag. Trotzdem bricht jetzt eine Säule für den Aktienmarkt weg. Denn es wird zunächst einmal deutlich weniger Übernahmen geben-oder zumindest bei jeder möglichen Übernehme gleich auch die Furcht, dass sie doch nicht zustande kommt. Damit ist aber ein wichtiges Argument für steigende Aktien entwertet.

Bleibt der Hinweis auf die immer noch moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnisse. Zum Teil beruhen die aber, wenn sie als Durchschnitte gerechnet werden, auch auf den niedrigen Kennziffern der Banken - und für die wird das Geschäft ja jetzt schwieriger. Daher gilt: etwas Halt geben die Kennzahlen der Börse schon, aber richtigen Schub können sie ihr nicht verleihen.

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