Der Markt-Monitor
Finanzkrise: Geithners Hilflosigkeit

Schnelligkeit vor Perfektion - dieser Grundsatz ist richtig, wenn man eine Finanzkrise stoppen will. Aber ein völlig unverständliches Konzept vorzulegen, wirkt kontraproduktiv.
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Deutschland gilt mit seinen ständigen Streitereien in der Großen Koalition und seinen mitunter praxisfernen Grundsatzdiskussionen im Ausland häufig als Paradebeispiel dafür, wie man Krisenpolitik nicht machen sollte. Aber die USA setzen jetzt noch ein schlechtes Beispiel obendrauf. Der neue Finanzminister Tim Geithner hat ein Konzept vorgelegt, auf das die Märkte zu Recht mit Misstrauen reagieren. Wenn er nicht bald nachlegt, dürfte es weiterhin wie Blei an den Kursen kleben.

Irgendwie ist seit gestern nur klar, dass die USA ein ganz großes Paket schnüren wollen. Weil keiner weiß, wie es aussehen soll, ruft das aber mehr Panik als Vertrauen hervor. Völlig rätselhaft ist vor allem die Idee, eine Bad Bank zu gründen und private Investoren an der Finanzierung zu beteiligen. Wer soll da einsteigen? Wer hat überhaupt das Geld dafür? So lange diese Fragen nicht beantwortet sind, kann mit dem Konzept keiner etwas anfangen. Vielleicht wäre es besser, das Paket eine Nummer kleiner anzukündigen, dann aber so, dass man sich vorstellen kann, wie es funktionieren soll.

Hinzu kommt, dass Credit Suisse, anders UBS gestern, den Markt doch heftig enttäuscht. Gemessen an den schlechten Vorgaben aus den USA und der Begleitmusik aus der Schweiz reagieren die deutschen Aktien im Moment noch recht gelassen. Hoffen wir, dass es dabei bleibt.

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