Der Markt-Monitor
Geithner redet die Kurse hoch

Die US-Banken haben genug Kapital, sagt US-Finanzminister Tim Geithner. Aber was soll er auch sonst sagen?
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Der Staat hat getestet und herausgefunden, dass die meisten US-Banken doch genug Kapital haben. Alles wieder in Butter? Die Börse reagiert jedenfalls positiv, obwohl praktisch zeitgleich der Internationale Währungsfonds davor warnt, dass die Krise noch viel breitere Kreise ziehe als bisher gedacht. Recht haben kann nur eine Seite.

Über einen Punkt darf man sich keine Ilusionen machen: Geithner dürfte kaum eine andere Wahl haben, als die Ergebniss des Stresstests zunächst einmal mit positivem Unterton zu präsentieren. Was soll er denn sonst sagen? Die US-Banken gleich wieder in die nächste Vertrauenskrise reden? Welcher private Investor sollte bereit sein, sich die "Entgiftung" der Bankbilanzen mitzufinanzieren, wenn der Finanzminister vorher die rote Laterne schwingt? Alles in allem heißt das: Geithners Äußerungen müssen nicht falsch sein, aber sie sagen im Grunde nicht viel. Der Mann braucht jetzt schnelle Erfolge, schon um sein eigenes politisches Überleben zu sichern, und das geht mit Optimismus besser als mit warnenden Untertönen. Und der bekannte Ökonom Willem Buiter hat vor kurzem schon die Meinung vertreten, die US-Wirtschaft stecke jetzt schon viel tiefer in der Krise, als in den Stresstests unterstellt werde.

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