Der Markt-Monitor
Gisele Bündchen und China gegen den Dollar

Heute tagt die EZB - und wird aller Voraussicht nach nichts beschließen. Doch damit bestätigt sie den starken Trend des Euros gegenüber dem Dollar.

Das Wall-Street-Journal schreibt einen Kommentar über Gisele Bündchen. Dabei geht es nicht um Reizwäsche, sondern darum, dass das Top-Model neuerdings Verträge lieber in Euro als in Dollar abschließt. Die Kollegen in New York sehen darin ein deutliches Alarmzeichen: Der internationale Glaube an den Dollar wankt. Sie fragen sich schon, ob der Freund der Brasilianerin, ein bekannter US-Baseball-Spieler, demnächst auch in Euro bezahlt werden will.

Die Geschichte hat einen ernsten Kern: Der Dollar steht tatsächlich sehr stark und Druck, und im Moment ist kaum absehbar, was ihn wieder stärken könnte. Jetzt hat auch noch ein chinesischer Offizieller den Status des Dollars als Reservewährung in Frage gestellte - was die Märkte mehr bewegt als Gisele Bündchen. Die Öl- und Goldpreis steigen dramatisch - aber vor allem in US-Dollar gerechnet. Die Inflation ist in den USA wieder ein Thema. Die EZB wird zwar die Zinsen nicht anheben, aber - anders als die Kollegen in den USA - auch nicht senken, was den Euro weiter stärkt.

All das bedeutet: Mit US-Aktien sieht es im Moment schwierig aus. Zwar gilt immer noch die alte Regel, dass man an der Börse kaufen sollte, wenn die Kurse (also auch der Dollarkurs) unten sind. Aber wer den Anteil an US-Aktien jetzt schon erhöht, ist möglicherweise doch noch etwas früh dran. Vielleicht ist im Laufe des nächsten Jahres, wenn die Stimmung in Amerika sich noch mehr eintrübt, die Wellen der Finanzkrise kein Ende finden und überall in US-Medien das Wort "Rezession" auftaucht, der richtige Moment.

In Deutschland fällt heute auf, dass die Banken schon den zweiten guten Tag in Folge haben, insbesondere auch die Commerzbank. Irgendwie sind alle doch sehr erleichterte, dass die kleine deutsche Großbank gestern keine Hiobsbotschaften verkündet hat. Dabei hat der Finanzvorstand ja sogar angedeutet, dass es noch schlechte Nachrichten im Laufe des Quartals geben könnte - die Aktie der Commerzbank ist also alles andere als eine sichere Bank.

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