Der Markt-Monitor
Goldman verdirbt die Stimmung

Probleme mit Hedge-Fonds in London, riesige Abschreibungen beim Versicherer AIG, Frust in Tokio. Und dann noch eine düstere Prognose von Goldman-Sachs.

Wenn Goldman Sachs eine Prognose vorliegt, dass ein bestimmter Markt abschmiert, fragt man sich ja immer gleich, ob die Jungs darauf gewettet haben, dass der Markt abschmiert. Frei nach dem selbst gewählten Motto: Interessenkonflikte kann man nicht vermeiden, man muss sie managen.

Aber nein - sorry. Da gibt es ja diese chinesischen Wände, und die sind bestimmt aus meterdickem Beton. Jedenfalls haben die Analysten von Goldman Sachs jetzt auch noch ein Debakel für die US-Gewerbeimmobilien vorausgesagt. Als wenn die Misere auf dem Wohnimmobilienmarkt nicht schon genug Ärger bereiten würde. Die Folgen sind klar: Noch mehr Abschreibungen. Wer geglaubt hat, mit den Bilanzen für 2007 hätten die Finanzkonzerne genug abgeschrieben, der hat ja ohnehin mit Zitronen gehalten.

Interessant war in dem Zusammenhang auch der Fall der Londoner Hedge-Fonds (von ehemaligen Goldmännern gegründet). Einer davon hat 2007 rund 80 Prozent Gewinn "gemacht" - rechtzeitig auf den Verfall des Subprime-Marktes gewettet. Jetzt kommt die Rechnung: Auf der Gegenseite stecken auch eine Menge Positionen. Offensichtlich hat die Rechnungslegung da nach dem "umgekehrten Vorsichtsprinzip" funktioniert: Die Gewinne buchen, die Verluste als "unrealisiert" erst einmal nicht. Wir dürften gespannt sein, wo noch diese Art der Bilanzierung zu Tage tritt.

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