Der Markt-Monitor
Heute kann alles passieren

Die Börse atmet durch, vielleicht wird es ja ein ganz normaler Tag. Aber aus den USA sind jede Menge spannende Nachrichten zu erwarten.

Lehman legt Zahlen vor, Goldman legt Zahlen vor und die US-Notenbank (Fed) kommt mit der nächsten Zinssenkung aus dem Busch. Viel mehr an einem Tag geht gar nicht. Die Anleger werden sich daher zunächst zurückhalten. Und dann kommt alles darauf an, wie die Nachrichten ausfallen - und wie sie von den Anlegern interpretiert werden.

Die Aktien von Lehman sind schon im Vorfeld ziemlich unter Druck geraten. Nachdem Bear Stearns de facto pleite gegangen ist, haben die Börsianer Angst, dass es bei Lehman auch noch eine böse Überraschung gibt. Bisher hat diese US-Bank die Krise so einigermaßen überstanden. Auf der anderen Seite gilt sie durchaus als Risikoträger - schon im letzten Sommer meinte ein Analyst, der die Kennzahlen "Value at Risk" verglichen hatte (wie viel kann maximal schief gehen, soll diese Zahl angeblich aussagen): "Die fahren einen ziemlich heißen Reifen." Wenn die Zahlen einigermaßen glimpflich ausfallen, dürfte es das große Aufatmen geben.

Goldman Sachs hingegen gilt bis heute als Star der Szene. Den veröffentlichten Zahlen sind so gut wie keine Kratzer wegen der Finanzkrise anzumerken. Ändert sich das heute? Wahrscheinlich. Der Chef von Goldman Sachs hat schon angedeutet, dass das erste Quartal nicht so gut gelaufen ist. Vielleicht gibt es hier auch das große Aufatmen, wenn es nicht ganz so schlimm kommt. Es kann aber auch anders gehen, weil über Goldman in den letzten Tagen gar nicht so viel spekuliert wurde. Möglicherweise setzt sich der Eindruck fest: Jetzt hat es die doch noch erwischt!

Und dann die Fed mit ihrer Zinsentscheidung. Nach der Dramatik vom Wochenende erwarten alle einen richtig großen Zinsschritt. Den Diskontsatz hat die US-Notenbank ja schon etwas gesenkt, aber er spielt nicht die Hauptrolle, sondern die so genannten Fed Funds. Fed-Chef Bernanke hat bisher in der Krise die Märkte niemals enttäuscht, wenn sie einen großen Zinssschritt erwarteten. Vielleicht langt er also kräftig zu und senkt noch einmal einen vollen Prozentpunkt. Die Börse dürfte kurz jubeln. Aber wahrscheinlich ist die Erholung heute schon von Vorfreude auf die erwartete Zinssenkung getragen - allzu weit dürfte daher auch der nächste Zinsschritt nicht tragen.

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