Der Markt-Monitor
Hoffnung für die Banken

Es gibt ein paar positive Nachrichten für die Banken - und der Staat mischt kräftig dabei mit.

In London verstaatlicht die Regierung die angeschlagene Bank Northern Rock. Ein ungewöhnlicher Schritt im ultraliberalen Großbritannien - aber nur auf den ersten Blick. Die Zeitschrift "Economist", die normalerweise das hohe Lied des Liberalismus singt, hat diesen Schritt schon lange vorgeschlagen. Nach der Logik: Wenn die Bank ohnehin dem Staat auf der Tasche liegt, dann kann er sie auch gleich übernehmen. Den Bankaktien gibt die Sache jedenfalls Rückenwind - vor allem natürlich denen in London.

Die zweite gute Nachricht ist die Vielleicht-Fusion von Commerzbank und Postbank. Auch hier mischt der Staat mit, als indirekter Großaktionär der Postbank. Der Zusammenschluss sieht auf den ersten Blick sehr attraktiv aus, er würde auch signalisieren, dass sich endlich etwas tut in Sachen deutscher Bankenkonsolidierung. Auf den zweiten Blick sind freilich eine Menge Probleme zu lösen. Wie soll man die Filialnetze der beiden Banken zusammenführen? Wenn die Postbank weiterhin als Untermieterin der Post ihre Produkte anbietet, dann passt das nicht unbedingt zum Anspruch der Commerzbank. Wenn sie auszieht und eigene Filialen aufmacht oder zusammen mit der Commerzbank gründet, dann kostet das viel Geld - oder das Filialnetz ist am Ende doch dünner als heute die Summe beider Organisationen. Dann aber würden wieder Werte vernichtet.

Der Börse ist das vorerst egal. Und ansonsten ist die Stimmung auch einigermaßen in Ordnung. Vielleicht hilft es sogar, dass die Börse in New York heute geschlossen ist - da muss keiner fürchten, dass von dort wieder eine Belastung herüberschwappt. Etwas undurchsichtig ist dagegen, wie in New York das Problem der angeschlagenen Anleiheversicherer behandelt wird. Einer von ihnen hat schon zugestimmt sich aufzuspalten in einen "guten" und einen "schlechten" Teil, ein zweiter wird möglicherweise auch nachziehen. Das rettet den "guten" Markt, also den für kommunale Anleihen. Aber möglicherweise ist damit für die "schlechten" Anleihen endgültig der Abschuss freigegeben, wenn die Banken der Wall Street nicht noch in letzter Sekunde das Kapital aufbringen, um diese Versicherungsteile zu retten. Und das wäre dann doch wieder eine schlechte Nachricht für die Bankbranche.

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