Der Markt-Monitor
HSBC klotzt

Stellen Sie sich vor, Sie müssen gut 17 Milliarden Dollar abschreiben. Und machen trotzdem noch 24 Milliarden Gewinn vor Steuern. So was gibt es wirklich.

Die Aktie von HSBC gehört daher zu den wenigen, die sich heute dem Sog in die Tiefe entziehen können. Zwar war beides ungefähr so erwartet worden - sowohl die Abschreibungen wie auch der Gewinn für 2007. Trotzdem beeindrucken die beiden Zahlen irgendwo.

Das Beispiel HSBC zeigt zweierlei. Erstens, wie schrecklich man sich mit einem vermeintlich "großen" Wurf verheben kann. HSBC hat sich die Abscheibugen vor allem durch eine Mega-Übernahme in den USA ins Haus geholt. Die zweite Lehre: In Schwellenländern kann man als Bank unglaublich viel Geld verdienen, wenn man es richtig anstellt.

HSBC steht für Hongkong and Shanghai Banking Corp. Die Bank residiert zwar in London, ist aber geschäftlich fast noch mehr in ihrer alten Heimat, in Fernost zu Hause. Und pflegt bis heute die Tugenden ihrer schottischen Gründungsväter - wenn man von der missglückten Übernahme in den USA absieht. Aus diesem Grund hat sich der Finanzkonzern - mit Abstand der größte mit Sitz in Europa - auch immer schwer getan mit dem Investment-Banking. Er hat sich eher halbherzig darin engagiert und hatte nie Lust, die wirklichen Stars einzukaufen, weil Stars viel Geld kosten und nicht ganz zum schottischen Stil des Hauses passen. Jetzt zahlt sich diese Zurückhaltung aus.

Ach ja, es gibt auch einen Ableger der Bank in Deutschland. Sie sitzt in Düsseldorf (eine der wenigen Banken in dieser Stadt, die noch nicht angeschlagen ist) und hat einen respektablen Ruf. Aber im weltweiten Reich von HSBC ist das eher so ein Kleinableger, ganz im Gegensatz zum Geschäft in den Schwellenländern. Das erinnert einen daran, dass Deutschland seinen Platz als weltweit bedeutende Wirtschaftsmacht nicht auf alle Zeiten abonniert hat.

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