Der Markt-Monitor
HSBC nimmt den großen Schluck

Die britsche Bank holt sich frisches Kapital setzt damit den eigenen Kurs unter Druck.
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Ein Kurseinbruch um gut zehn Prozent ist kein Ruhmesblatt - aber in der heutigen Krise für eine Bank auch nicht ungewöhnlich. Der britische Riese HSBC nimmt den ganz großen Schluck aus der Pulle und bessert die Kapitalposition damit so weit auf, dass sie den in der Krise üblich gewordenen Standards genügt. Vor der Krise hätte weitaus weniger gereicht.

Trotz des Kurseinbruchs und des Gewinneinbruchs bei HSBC im abgelaufenen Jahr darf man die guten Nachrichten nicht übersehen. Zum einen: Hier traut sich eine Bank noch eine gewaltige Kapitalerhöhung ohne staatliche Unterstützung zu. Man kann nur hoffen, dass sie sich nicht verhebt - ein Erfolg wäre ein Zeichen, dass der Markt den Glauben an die Finanzbranche noch nicht völlig verloren hat. Die zweite gute Nachricht: Die Bank hat 2008 immerhin noch mehr als neun Milliarden Dollar verdient. Und ein guter Teil des Gewinnrückgangs um 62 Prozent war auf Goodwill-Abschreibungen zurückzuführen, also nicht aufs operative Geschäft. Und zum dritten hat die Bank beschlossen, ihr verlustreiches US-Konsumentengeschäft dicht zu machen - dass sie es überhaupt zugekauft hat, war wahrscheinlich der größte Fehler der Firmengeschichte.

Alles in allem sollte HSBC daher nach wie vor etwas Hoffnung für den gebeutelten Finanzsektor geben: Nicht jede riesige Bank is "too big to succeed", wie das "Wall Street Journal" mal über die Citigroup schrieb, und wie auch die schweizerische UBS vorgeführt hat. Freilich darf man sich nicht täuschen: HSBC macht viel Geschäft in Schwellenländern. 2008 war das noch ein Vorteil - aber 2009 könnte es sogar ein Nachteil sein.

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