Der Markt-Monitor
Hypo Real Estate – das Fass mit Boden

Die Hypo-Real-Estate-Aktie legt kräftig zu. Kunststück, wenn man Milliarden neuer Staatsgarantien bekommt. Aber es gibt doch Hoffnung.
  • 0

Depfa

, die Tochter von Hypo Real Estate, hat sicher eine Menge falsch gemacht und so die Hypo Real Estate an den Rand der Pleite gebracht. Trotzdem gibt es einen gewichtigen Unterschied zwischen den Problemen dort und den Milliardenabschreibungen bei anderen Banken, den die Börse vielleicht nicht ausreichend bewertet. Bei anderen Banken stehen Papiere in der Bilanz, die unverkäuflich sind und abgeschrieben werden müssen. Keiner weiß, wie viel Wert sie jeweils tatsächlich verloren haben. Aber fest steht: Es handelt sich um ein Wertproblem. Da, wo früher Vermögen war, ist jetzt nichts mehr da oder viel weniger als vorher gedacht. Bei der Depfa geht es dagegen um Liquidität. Die Bank hat - sichere - Staatskredite vergeben und billig ganz kurzfristig refinanziert. Ohne den kompletten Zusammenbruch des Interbankenhandels hätte das auch weiter funktioniert. Denn warum sollte man Angst haben, einen sicheren Staatskredit zu refinanzieren? Dass hierfür keine Mittel zu bekommen sind, ist nur durch die Panik nach dem Zusammenbruch von Lehman zu erklären, geht schon fast über rationale Maßstäbe hinaus. Dadurch entsteht dann sofort ein riesiges Liquiditätsloch, das über Staatsgarantien gestopft werden muss. Das heißt aber nicht, dass das Geschäftsmodell der Depfa auf Dauer tot ist. Denn wenn irgendwo das alte Bankerspiel "Aus kurz mach lang "("Fristentransformation" im Fachchinesisch) wieder anspringt, dann bei der Staatsfinanzierung. Außerdem handelt es sich bei der Depfa nicht darum, dass Vermögenswerte auf einmal verschwunden sind. Die riesigen Garantiebeträge des Staates täuschen daher möglicherweise und deuten ein - im Vergleich zu anderen Banken - übertrieben großes Problem an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%